Schweres Erdbeben erschüttert Südchina

Die Menschen in der südchinesischen Millionenstadt Liuzhou haben eine Nacht des Schreckens erlebt: Ein Erdbeben der Stärke 5,2 hat die Region in den frühen Morgenstunden erschüttert und schwere Verwüstungen angerichtet. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, zahlreiche Gebäude stürzten ein, Tausende Einwohner mussten ihre Häuser verlassen. Rettungskräfte suchten stundenlang unter schwierigsten Bedingungen nach Verschütteten.

Ehepaar stirbt bei Erdbeben in Guangxi

Nach Angaben chinesischer Behörden kamen bei dem Beben ein 63-jähriger Mann und seine 53 Jahre alte Ehefrau ums Leben. Das Paar stammte aus der südchinesischen Provinz Guangxi. Genauere Informationen zu den Todesumständen veröffentlichten die Behörden zunächst nicht. Die Opferzahlen könnten nach Einschätzung der Einsatzkräfte noch steigen. Mehrere Menschen wurden verletzt, zudem galt zeitweise ein hochbetagter Mann als vermisst.

Häuser stürzen ein – Tausende Menschen fliehen panisch

Das Beben ereignete sich nach offiziellen Angaben um 0.21 Uhr Ortszeit. Viele Bewohner wurden im Schlaf überrascht. Augenzeugen berichteten von heftigen Erschütterungen, panischen Szenen auf den Straßen und einstürzenden Gebäuden. Insgesamt kollabierten mindestens 13 Häuser in Liuzhou. Fernsehbilder des staatlichen Senders CCTV zeigten meterhohe Trümmerberge, beschädigte Straßenzüge und Menschen, die sich in Angst vor Nachbeben ins Freie retteten. Die Behörden leiteten umgehend umfangreiche Evakuierungen ein. Mehr als 7000 Menschen mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen und wurden in Sicherheit gebracht.

Dramatische Rettung eines 91-Jährigen

Für einen seltenen Hoffnungsmoment sorgte die Rettung eines 91 Jahre alten Mannes. Der Senior war nach dem Einsturz eines Gebäudes zunächst vermisst worden. Einsatzkräfte konnten ihn schließlich lebend aus den Trümmern bergen. Anschließend wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht. Angaben zu seinem Gesundheitszustand machten die Behörden zunächst nicht. Die erfolgreiche Rettung wurde von den Helfern als wichtiger Erfolg mitten im Katastropheneinsatz gewertet.

Rettungskräfte durchsuchen Trümmer mit Spürhunden

Auch Stunden nach dem Erdbeben liefen die Such- und Rettungsmaßnahmen auf Hochtouren. Feuerwehr, Katastrophenschutz und medizinische Teams arbeiteten die ganze Nacht hindurch in den zerstörten Wohngebieten. Besonders schwierig waren die Einsätze wegen der instabilen Trümmerlagen und möglicher Nachbeben. Spürhunde kamen zum Einsatz, um weitere Überlebende unter eingestürzten Gebäuden aufzuspüren.

Flaches Epizentrum verstärkt Zerstörungskraft

Nach Angaben des chinesischen Erdbebennetzwerks lag das Epizentrum in nur acht Kilometern Tiefe. Experten warnen, dass gerade flache Erdbeben besonders starke Schäden an der Oberfläche verursachen können. Die Region rund um Guangxi gilt zwar nicht als eines der stärksten Erdbebengebiete Chinas, dennoch kommt es im Land immer wieder zu schweren Naturkatastrophen. Aufgrund der komplexen tektonischen Lage zählt China zu den weltweit erdbebengefährdeten Staaten.

Erinnerung an schwere Katastrophe in Tibet

Erst Anfang 2025 hatte ein verheerendes Erdbeben die Region Tibet erschüttert. Damals starben mindestens 126 Menschen. Die erneute Katastrophe in Südchina weckt nun Erinnerungen an die schweren Folgen früherer Beben. Die Behörden in Liuzhou koordinierten auch am Sonntag weiterhin Evakuierungen und Rettungsarbeiten. Ob weitere Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sind, blieb zunächst unklar.

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