18.000 Haushalte in Schongau ohne Strom

Schongau. Ein lauter Knall, dichter Rauch und meterhohe Flammen: In Schongau hat ein Brand im Umspannwerk am Samstag einen massiven Stromausfall ausgelöst und zeitweise weite Teile der Region lahmgelegt. Tausende Menschen saßen plötzlich im Dunkeln, Ampeln fielen aus, Aufzüge blieben stecken und selbst kritische Einrichtungen gerieten unter Druck. Einsatzkräfte und Behörden arbeiteten stundenlang daran, eine drohende Katastrophe zu verhindern.

Kurzschluss löst Feuer am Transformator aus

Gegen 13.15 Uhr kam es im Umspannwerk Schongau zu einem Kurzschluss an der Leitungsanbindung eines Transformators. Augenzeugen berichteten von einem explosionsartigen Knall, der in Teilen der Stadt deutlich zu hören gewesen sei. Kurz darauf schlugen meterhohe Flammen aus der Anlage. Nach Angaben der Feuerwehr entstand eine ein bis zwei Meter hohe Feuersäule mit starker Rauchentwicklung. Wegen der enormen Spannung von bis zu 110.000 Volt war der Einsatz besonders gefährlich. Die Feuerwehr konnte das Gelände zunächst nicht betreten.

Erst nachdem Spezialisten der LEW Verteilnetz den betroffenen Bereich abgesichert und geerdet hatten, konnten die Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beginnen.

18.000 Haushalte plötzlich ohne Strom

Die Folgen des Brandes waren enorm: Rund 18.000 Haushalte in Schongau sowie in den Gemeinden Altenstadt, Burggen und Schwabniederhofen verloren zeitweise die Stromversorgung. Der Stromausfall traf nahezu alle Lebensbereiche gleichzeitig. Ampelanlagen fielen aus, Telefonverbindungen brachen zusammen, Kassensysteme funktionierten nicht mehr und Kühlanlagen standen still. Selbst die Polizeidienststelle war vorübergehend offenbar nur eingeschränkt erreichbar. Da zunächst unklar war, wie lange der Blackout andauern würde, alarmierten die Behörden vorsorglich die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt. Auch zusätzliche Katastrophenschutz-Einheiten wurden hinzugezogen.

Feuerwehr rettet Mutter und Kind aus steckengebliebenem Aufzug

Mitten im Stromausfall kam es zu mehreren Rettungseinsätzen. Eine Mutter und ihr Kind saßen in einem Aufzug in einem Gebäude an der Marktoberdorfer Straße fest und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Am Abend folgte ein weiterer dramatischer Einsatz in einem Altenheim an der Marie-Eberth-Straße. Dort musste ein Mann dringend in eine Klinik gebracht werden. Weil der Aufzug weiterhin außer Betrieb war und ein Transport über das Treppenhaus nicht möglich erschien, rückte die Feuerwehr mit einer Drehleiter an und brachte den Patienten aus dem zweiten Stock ins Freie.

Katastrophenschutz prüft Altenheime und Krankenhaus

Während der Stromausfall die Region lahmlegte, überprüften die Einsatzkräfte besonders sensible Einrichtungen. Altenheime, medizinische Einrichtungen und das ehemalige Krankenhaus wurden kontaktiert, um mögliche Notlagen frühzeitig zu erkennen. Nach Angaben der Feuerwehr meldeten alle betroffenen Einrichtungen zunächst, dass die Lage unter Kontrolle sei und keine zusätzliche Hilfe benötigt werde. Auch Schongaus Bürgermeister stand während des gesamten Einsatzes in engem Austausch mit den Einsatzleitungen.

Parallel brennt es auch im Heizkraftwerk

Fast zeitgleich zum Brand im Umspannwerk wurde die Feuerwehr auch zum Heizkraftwerk in Altenstadt gerufen. Dort war in einem Sicherungskasten ein Feuer ausgebrochen. Besonders kritisch wurde die Lage außerdem im Erlebnisbad „Plantsch“. Wegen des Stromausfalls funktionierten wichtige Wasserhebeanlagen plötzlich nicht mehr. Dadurch drohte der Keller des Bades vollzulaufen.

Mitarbeiter und Feuerwehr konnten die Situation jedoch rechtzeitig unter Kontrolle bringen. Für die Badegäste war der Besuch trotzdem abrupt beendet: Ohne funktionierende Umwälzpumpen konnte die Wasserdesinfektion nicht mehr sichergestellt werden. Rund 800 Besucher mussten das Bad verlassen.

Stromversorgung erst nach Stunden vollständig wiederhergestellt

Durch Umschaltungen im Stromnetz und den Einsatz eines Reservetransformators gelang es den Technikern, große Teile der Stadt bereits nach kurzer Zeit wieder zu versorgen. Nach etwa zwei Stunden hatten die meisten Haushalte wieder Strom. Probleme gab es allerdings weiterhin in einzelnen Bereichen wie dem Forchet und der Lechuferstraße. Erst gegen 17 Uhr war die Stromversorgung nach Angaben der Verantwortlichen vollständig wiederhergestellt.

Der entstandene Schaden wird derzeit auf einen mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt.

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