Die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz treibt die internationalen Börsen weiter auf Rekordniveau – doch ausgerechnet einer der bekanntesten Crash-Propheten der Finanzwelt schlägt jetzt Alarm. Investor Michael Burry, der bereits die Immobilienkrise 2007 frühzeitig vorhersagte, sieht deutliche Parallelen zur Dotcom-Blase kurz vor dem historischen Börsenkollaps zur Jahrtausendwende.
Michael Burry sieht gefährliche Überhitzung an den Märkten
Der US-Finanzexperte äußerte sich mit ungewöhnlich deutlichen Worten zur aktuellen Entwicklung an den Aktienmärkten. Die Kurse würden seiner Ansicht nach längst nicht mehr von klassischen Wirtschaftsdaten wie Arbeitsmarkt, Inflation oder Konsum beeinflusst werden. Stattdessen dominiere nur noch ein Thema: Künstliche Intelligenz. Burry kritisiert, dass viele Anleger inzwischen nahezu blind auf KI-Unternehmen setzen. Aktien würden steigen, weil Investoren davon ausgehen, dass die Rallye immer weitergehe. Genau diese Dynamik erinnere ihn an die letzten Monate vor dem Platzen der Dotcom-Blase in den Jahren 1999 und 2000.
Erinnerungen an den großen Internet-Crash werden wach
Ende der Neunzigerjahre hatten Anleger Milliarden in junge Internetunternehmen investiert. Viele Firmen wurden damals mit gigantischen Summen bewertet, obwohl sie kaum Gewinne erzielten oder tragfähige Geschäftsmodelle besaßen. Als immer deutlicher wurde, dass zahlreiche Unternehmen die hochgesteckten Erwartungen niemals erfüllen konnten, brachen die Märkte weltweit ein. Milliardenvermögen lösten sich innerhalb kurzer Zeit auf, unzählige Tech-Firmen verschwanden komplett vom Markt. Genau vor einer ähnlichen Entwicklung warnt Burry nun erneut – diesmal im Zusammenhang mit dem globalen KI-Boom.
Milliarden fließen in KI – Renditen bleiben ungewiss
Tatsächlich investieren die größten Technologiekonzerne derzeit Summen in historischem Ausmaß in den Ausbau von KI-Infrastruktur. Allein Amazon plant Investitionen von rund 200 Milliarden Dollar in Zukunftstechnologien wie KI-Systeme, Hochleistungschips, Robotik und Satellitentechnik. Auch Meta steckt gewaltige Beträge in den Ausbau seiner KI-Rechenzentren. Der Facebook-Konzern investierte allein im vergangenen Jahr mehr als 70 Milliarden Dollar in entsprechende Infrastruktur.
Immer mehr Analysten fragen inzwischen jedoch, ob sich diese gigantischen Ausgaben langfristig überhaupt refinanzieren lassen. Kritiker befürchten, dass die tatsächlichen Gewinne der KI-Branche weit hinter den aktuellen Erwartungen der Investoren zurückbleiben könnten.
Burry gilt als einer der bekanntesten Crash-Propheten der Finanzwelt
Michael Burry genießt an den Finanzmärkten besondere Aufmerksamkeit, weil er bereits vor der weltweiten Finanzkrise 2008 frühzeitig vor dem Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarktes gewarnt hatte. Während viele Experten den Boom damals feierten, wettete Burry gegen den Markt – und verdiente damit Milliarden. Seine Geschichte wurde später durch den Hollywood-Film The Big Short weltweit bekannt. Dort wurde Burry von Christian Bale gespielt.
KI-Boom könnte zum nächsten globalen Risiko werden
Ob die KI-Euphorie tatsächlich in einem Crash endet, ist offen. Klar ist jedoch: Die Bewertungen vieler Technologieunternehmen steigen derzeit deutlich schneller als ihre realen Gewinne. Gleichzeitig fließen immer größere Summen in eine Branche, deren langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit noch nicht vollständig bewiesen ist.
Für Anleger wächst damit das Risiko, dass die Märkte irgendwann abrupt korrigieren könnten – ähnlich wie beim Platzen der Dotcom-Blase vor mehr als 25 Jahren.


