Berlin. Ein harmloser Ausflug mit einer Metallsonde endete im Berliner Norden mit einem Großeinsatz der Polizei: Ein Schatzsucher entdeckte im Bucher Forst in Berlin-Pankow gleich dutzende Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Die brisante Entdeckung sorgte am Freitag für eine stundenlange Sperrung des Waldgebiets.
Metallsonde schlägt plötzlich Alarm
Nach Angaben der Polizei war der Mann am Freitagvormittag im Bereich des Bucher Forsts unterwegs, um nach Relikten aus Kriegszeiten zu suchen. Im Waldgebiet nahe der Wiltbergstraße schlug seine Metallsonde plötzlich an. Als er die Stelle genauer untersuchte und zu graben begann, kam eine verrostete Granate zum Vorschein. Der Finder reagierte geistesgegenwärtig und verständigte sofort die Polizei. Einsatzkräfte sperrten den Fundort daraufhin weiträumig ab. Für Anwohner oder Spaziergänger bestand laut Behörden zwar keine akute Gefahr, dennoch wurde das Gebiet aus Sicherheitsgründen gesichert.
Ermittler machen erschreckenden Fund
Was zunächst wie ein einzelner Blindgänger wirkte, entwickelte sich schnell zu einem spektakulären Munitionsfund. Spezialkräfte legten nach und nach insgesamt 59 unverschossene sowjetische Granaten frei. Die Geschosse hatten jeweils ein Kaliber von 122 Millimetern und stammten offenbar noch aus den Kämpfen des Zweiten Weltkriegs. Besonders brisant: Das Gesamtgewicht der Munition belief sich auf rund 1,5 Tonnen. Über Stunden arbeiteten Experten daran, die gefährlichen Sprengkörper vorsichtig aus dem Waldboden zu bergen.
Munition zum Sprengplatz gebracht
Die Granaten wurden einzeln gesichert, verladen und anschließend zum Sprengplatz im Grunewald transportiert. Dort sollen die explosiven Altlasten kontrolliert vernichtet werden. Immer wieder werden in Berlin und Brandenburg Jahrzehnte nach Kriegsende gefährliche Kampfmittel entdeckt. Vor allem Wälder und ehemalige Kampfgebiete bergen noch zahlreiche explosive Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Experten warnen deshalb regelmäßig davor, verdächtige Gegenstände anzufassen oder eigenständig auszugraben.
Polizei mahnt zur Vorsicht
Der aktuelle Fund zeigt erneut, wie gefährlich die Suche nach Militaria und Kriegsdevotionalien sein kann. Selbst stark verrostete Granaten können noch jederzeit explodieren. Die Polizei appelliert deshalb an Sondengänger und Spaziergänger, bei verdächtigen Funden sofort die Behörden zu alarmieren und ausreichend Abstand zu halten.


