Berlin. Am Hauptstadtflughafen Flughafen Berlin Brandenburg ist den Ermittlungsbehörden offenbar ein schwerer Schlag gegen ein mutmaßliches Schmuggel-Netzwerk gelungen. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen stehen insgesamt 15 Tatverdächtige im Fokus eines groß angelegten Verfahrens des Zollfahndungsamtes. Die Beschuldigten sollen geplant haben, größere Mengen Bargeld und Drogen unter Umgehung der Sicherheitskontrollen über den Flughafen ein- und auszuführen. Besonders brisant: Nach bisherigen Erkenntnissen arbeiteten mehrere Verdächtige direkt am BER — darunter auch Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten.
Zollfahnder und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Korruption
Wie das Zollfahndungsamt bestätigte, läuft das Verfahren im Auftrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Ermittelt wird unter anderem wegen Bestechung, Bestechlichkeit, der Verabredung zu schweren Straftaten sowie möglicher Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Im Zentrum der Ermittlungen steht nach Angaben der Behörden ein 39-jähriger deutscher Staatsbürger, der für ein Sicherheitsunternehmen am BER tätig gewesen sein soll. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Beteiligten Absprachen getroffen zu haben, um Schmuggeltransporte an den Kontrollen vorbei zu ermöglichen.
Nach Medieninformationen soll der Mann seit Anfang 2025 am Flughafen beschäftigt gewesen sein.
Razzien in Berlin und Brandenburg
Bereits am 5. Mai hatten Ermittler zugeschlagen. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen und sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Gleichzeitig vollstreckten die Behörden insgesamt 15 Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin und Brandenburg. Direkte Durchsuchungen auf dem Flughafengelände fanden nach bisherigen Angaben allerdings nicht statt. Die Ermittlungen richten sich gegen Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren mit unterschiedlichen Nationalitäten. Einige von ihnen sollen in verschiedenen Bereichen des Flughafens gearbeitet haben — darunter offenbar erneut im Sicherheitssektor.
Geplanter Drogenschmuggel offenbar verhindert
Nach Angaben der Ermittler konnte ein konkreter Drogenschmuggel rechtzeitig verhindert werden. Details zu den geplanten Mengen oder möglichen internationalen Verbindungen der Gruppe wurden bislang nicht veröffentlicht. Die Sicherheitsbehörden betonen, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Passagiere oder die Bevölkerung bestanden habe. Gleichzeitig dürfte der Fall neue Diskussionen über Sicherheitsstandards und Kontrollen am Hauptstadtflughafen auslösen.
Behörden arbeiten eng zusammen
Das Zollfahndungsamt erklärte, die Ermittlungen würden in enger Abstimmung mit den für die Luftsicherheit zuständigen Behörden am BER geführt. Ziel sei es nun, das gesamte Netzwerk sowie mögliche Hintermänner vollständig aufzudecken. Die Ermittlungen dauern weiterhin an. Weitere Festnahmen oder Durchsuchungen gelten nicht als ausgeschlossen.


