Essen. Nach einem mutmaßlichen Sabotageakt auf Bahngleisen ermittelt die Polizei in Essen mit Hochdruck. In Essen-Dellwig ist am Montagabend, 12. Januar, die Lokomotive eines Güterzuges entgleist, nachdem Unbekannte offenbar gezielt ein Metallteil auf den Schienen befestigt hatten. Die Tat hätte schwerwiegende Folgen haben können, denn der Zug war mit Gefahrstoffen beladen.
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 22.40 Uhr auf einem Streckenabschnitt an der Tunnelstraße. Der Güterzug überfuhr das Hindernis, woraufhin der Triebwagen entgleiste und nach wenigen hundert Metern zum Stillstand kam. Trotz der brisanten Ladung blieben die Waggons unbeschädigt, ein Austritt von Gefahrstoffen wurde verhindert. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.
Die Ermittler gehen von einer vorsätzlichen Tat aus. Noch in der Nacht nahm die Kriminalpolizei umfangreiche Ermittlungen auf. Wegen der besonderen Brisanz des Falls ist auch der Staatsschutz eingeschaltet. Er prüft mögliche Hintergründe und Motive, von Vandalismus bis hin zu politisch oder extremistisch motivierter Sabotage.
Für die Spurensicherung musste die betroffene Güterstrecke zeitweise gesperrt werden. Die Polizei sicherte das manipulierte Gleis und wertet derzeit Spuren aus. Gleichzeitig hoffen die Ermittler auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer am Montagabend im Bereich der Tunnelstraße verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Der Fall wirft erneut Fragen zur Sicherheit der Bahninfrastruktur auf. Dass ein einzelnes Metallteil ausreichte, um eine Lokomotive entgleisen zu lassen, zeigt, wie verwundbar das Schienennetz ist – und welches Gefahrenpotenzial von gezielten Eingriffen ausgehen kann.
Die Polizei Essen bittet Zeugen, sich entweder per E-Mail an „hinweise.essen@polizei.nrw.de“ oder telefonisch an die Rufnummer 0201/829-0 zu wenden.


