Wiesbaden. Der Umgangston im Netz hat sich im vergangenen Jahr spürbar verschärft. Immer mehr Menschen stoßen beim Surfen auf offene Anfeindungen und aggressive Kommentare. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts wurde im ersten Quartal 2025 rund ein Drittel der Internetnutzer in Deutschland mit Hassrede konfrontiert. Hochgerechnet betrifft das etwa 19,6 Millionen Menschen zwischen 16 und 74 Jahren – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2023, als die Frage erstmals erhoben wurde.
Besonders junge Nutzer berichten inzwischen fast schon routinemäßig von Hatespeech. In der Altersgruppe der 16- bis 44-Jährigen nahm fast jeder Zweite entsprechende Beiträge wahr. Das ist ein kräftiger Sprung von 36 auf 43 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Bei den 45- bis 64-Jährigen bleibt das Niveau deutlich niedriger, doch auch dort wurde ein Anstieg verzeichnet. Die Gruppe der über 65-Jährigen ist weiterhin am wenigsten betroffen, aber auch hier legen die Zahlen zu.
Vor allem politische und gesellschaftliche Positionen werden zunehmend zum Ziel aggressiver Online-Kommentare. Für 85 Prozent der Betroffenen waren sie 2025 der häufigste Angriffspunkt – ein neuer Höchststand. Direkt dahinter folgen rassistische oder herkunftsbezogene Anfeindungen, die ebenfalls weiter zunehmen. Angriffe auf sexuelle Orientierung sowie Religion oder Weltanschauung bleiben ebenfalls weit verbreitet und haben gegenüber 2023 nochmals zugelegt.
Die Entwicklung zeigt ein klares Bild: Hassrede ist im digitalen Alltag vieler Menschen angekommen und breitet sich weiter aus. Die gesellschaftliche Debatte über Gegenmaßnahmen dürfte damit erneut an Dynamik gewinnen – von Präventionsprogrammen bis hin zu schärferen Vorgaben für Plattformbetreiber.


