Erdbeben zwischen Gran Canaria und Fuerteventura

Ein ungewöhnlich starkes Erdbeben hat am Freitagmorgen die Kanarischen Inseln erschüttert und auf mehreren Inseln spürbare Erschütterungen ausgelöst. Besonders betroffen waren Gran Canaria, Fuerteventura und Teile von Teneriffa. Nach Angaben des spanischen Geographischen Instituts IGN und des Vulkanologischen Instituts INVOLCAN erreichte das Beben eine Stärke von 4,8 und war damit das bislang stärkste registrierte Erdbeben des laufenden Jahres in der Region. Das Epizentrum lag im Atlantik nördlich von Gran Canaria in einer Tiefe zwischen zehn und 30 Kilometern unter dem Meeresboden.

Bewohner berichten von vibrierenden Häusern und lautem Grollen

Zahlreiche Menschen auf mehreren Inseln berichteten von deutlich spürbaren Erschütterungen. Besonders im Norden und Osten Gran Canarias seien Gebäude für mehrere Sekunden spürbar ins Wanken geraten. Betroffen waren unter anderem Orte wie Las Palmas de Gran Canaria, Gáldar, Agaete und Arucas. Auch auf Fuerteventura sowie auf Teneriffa wurde das Beben deutlich wahrgenommen. In der Gemeinde Betancuria auf Fuerteventura schilderten Anwohner zusätzlich ein lautes unterirdisches Grollen während des Erdstoßes. Viele Menschen reagierten verunsichert und suchten kurzfristig Schutz im Freien.

Experten sehen tektonische Ursachen

Nach Einschätzung der Fachleute handelt es sich um ein tektonisches Erdbeben, das durch Spannungen innerhalb der ozeanischen Erdkruste ausgelöst wurde. In der Nähe des Epizentrums befindet sich der submarine Vulkan Amanay-Seamount, ein Unterwasservulkan der Kanarischen Vulkanprovinz. Experten betonten jedoch, dass dieser Vulkan bislang als unauffällig gilt. Das Vulkanologische Institut INVOLCAN erklärte außerdem, dass das aktuelle Beben nicht mit den seismischen Aktivitäten zusammenhänge, die in den vergangenen Monaten auf Teneriffa beobachtet worden waren.

Weitere Erschütterungen nach dem Hauptbeben

Bereits rund 35 Minuten vor dem Hauptbeben hatten Messstationen einen kleineren Erdstoß zwischen Gran Canaria und Teneriffa registriert. Nach dem starken Hauptbeben folgten weitere Nachbeben mit Stärken zwischen 2,2 und 3,4. Die Erschütterungen wurden vom Instituto Geográfico Nacional, vom INVOLCAN sowie vom euro-mediterranen seismologischen Zentrum überwacht. Die Behörden beobachten die Lage weiterhin genau, um mögliche weitere Aktivitäten frühzeitig zu erkennen.

Keine Schäden – aber neue Sorge vor stärkerer Aktivität

Nach bisherigen Informationen wurden weder Verletzte noch größere Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur gemeldet. Dennoch sorgt die Stärke des Bebens auf den Inseln für erhöhte Aufmerksamkeit. Die Kanaren gelten aufgrund ihres vulkanischen Ursprungs als seismisch aktive Region. Erdbeben treten dort regelmäßig auf, allerdings erreichen nur wenige eine Stärke, die von der Bevölkerung großflächig wahrgenommen wird. Experten betonen, dass derzeit keine Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch vorliegen. Dennoch bleibt die Region unter ständiger Beobachtung der seismologischen Institute.

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