Heftige Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche haben in mehreren Regionen Chinas eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Behörden melden zahlreiche Tote, Hunderte Verletzte und zahlreiche Vermisste. Besonders betroffen sind die Provinzen Hubei, Gansu und Guangxi, in denen Rettungskräfte weiterhin unter schwierigen Bedingungen nach Verschütteten und Vermissten suchen.
In der zentralchinesischen Provinz Hubei kamen nach offiziellen Angaben mindestens elf Menschen ums Leben, nachdem schwere Stürme und Tornados über die Region hinweggezogen waren. Mehr als 275 Menschen wurden verletzt, zahlreiche Gebäude beschädigt und ganze Straßenzüge verwüstet. Hunderte Einwohner mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Sicherheit gebracht. Besonders die Stadt Huanggang war von den schweren Wetterereignissen betroffen.
Erdrutsch verschüttet Menschen in Nordwestchina
Noch dramatischer entwickelte sich die Lage in der Provinz Gansu. Im Kreis Tanchang löste der Dauerregen einen schweren Erdrutsch aus, der zahlreiche Menschen unter Geröll und Schlammmassen begrub. Mehrere Todesopfer wurden bereits bestätigt, während Rettungskräfte weiterhin nach Vermissten suchen. Die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden, schwindet mit jeder Stunde.
Zusätzliche Sorgen bereitet den Behörden die Lage in Guangxi. Dort brach am Liulan-Stausee ein Damm und löste großflächige Überschwemmungen aus. Ganze Ortschaften standen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser. Mindestens vier Menschen starben, weitere Bewohner werden vermisst. Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünften untergebracht. Bilder in sozialen Netzwerken zeigen überflutete Straßen, zerstörte Infrastruktur und reißende Wassermassen.
Präsident Xi ordnet umfassende Rettungsmaßnahmen an
Angesichts der dramatischen Lage ordnete Xi Jinping an, sämtliche verfügbaren Kräfte für Rettungs- und Hilfsmaßnahmen zu mobilisieren. Einsatzkräfte, Militär und Katastrophenschutz arbeiten in mehreren Provinzen gleichzeitig daran, eingeschlossene Menschen zu versorgen und weitere Evakuierungen vorzubereiten.
Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Die chinesischen Wetterbehörden haben für zahlreiche weitere Regionen neue Starkregenwarnungen herausgegeben. Betroffen sind unter anderem die Provinzen Guangdong, Anhui, Jiangsu, Shandong, Liaoning und Jilin. Meteorologen führen die ungewöhnlich heftigen Niederschläge unter anderem auf das Klimaphänomen El Niño zurück. Gleichzeitig verlagern sich die Regenzonen zunehmend in Regionen, die bislang nur selten von solchen Extremereignissen betroffen waren.
Supertaifun „Bavi“ könnte die Lage weiter verschärfen
Während zahlreiche Regionen noch gegen die Folgen der Fluten kämpfen, richtet sich der Blick bereits auf die nächste Bedrohung. Mit dem Supertaifun Bavi bewegt sich ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von deutlich über 200 Stundenkilometern auf Ostasien zu. Zunächst könnte die Insel Taiwan getroffen werden, bevor der Taifun die Südostküste Chinas erreicht. Experten befürchten zusätzliche Überschwemmungen und neue Evakuierungen.


