Berlin: Stromnetz soll heute wieder funktionieren

Berlin. Nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten soll der großflächige Stromausfall bereits am heutigen Mittwochvormittag beendet werden – und damit einen Tag früher als ursprünglich angekündigt. Ab 11 Uhr sollen nach Angaben aus der Senatskanzlei wieder alle betroffenen Haushalte und Betriebe mit Strom versorgt sein. Zuvor hatte der rbb unter Berufung auf interne Quellen berichtet, inzwischen bestätigten offizielle Stellen den früheren Abschluss der Reparaturen.

Ausschlaggebend für das schnellere Ende des Blackouts seien zügig vorankommende Arbeiten an der beschädigten Infrastruktur gewesen. Auch die Ausrufung einer Großschadenslage durch den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) habe laut Senatskreisen dazu beigetragen, Ressourcen zu bündeln und Abläufe zu beschleunigen.

Kurz vor der Wiederzuschaltung sorgte allerdings eine berlinweite Katastrophenwarnung für Verunsicherung. In der Warnmeldung wurden die Menschen aufgefordert, private Notstromaggregate vom Netz zu trennen. Der eigentliche Hinweis, dass es um die Wiederherstellung der Stromversorgung im Südwesten gehe und währenddessen kurze Unterbrechungen auftreten könnten, war erst nach dem Öffnen eines Links zu erkennen. Warum die Warnung stadtweit versendet wurde und missverständlich formuliert war, blieb zunächst offen.

Trotz des früheren Endes gilt der Vorfall als der längste Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte Berlins. Auslöser war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannte. Anfangs waren rund 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Etwa die Hälfte konnte bereits zuvor wieder angeschlossen werden.

Der Umgang der Behörden mit der Lage stößt weiterhin auf Kritik. Experten für kritische Infrastruktur äußerten Zweifel, ob die Ausrufung einer Großschadenslage notwendig gewesen sei. Der Vorfall reiht sich zudem in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein: Erst im September hatte ein Brandanschlag einen rund 60-stündigen Blackout in Berlin ausgelöst. Die Debatte über den Schutz kritischer Infrastruktur und eine klarere Krisenkommunikation dürfte damit weiter an Fahrt aufnehmen.

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