Kreis Soest. Mit der neuen Kampagne #FitFürKrisen stellt der Kreis Soest den Bevölkerungsschutz stärker in den Mittelpunkt. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger frühzeitig für mögliche Krisensituationen zu sensibilisieren und zur Eigenvorsorge zu motivieren. Dabei geht es nicht nur um klassische Naturereignisse wie Hochwasser, sondern auch um Szenarien wie großflächige Stromausfälle oder Cyberangriffe.
Landrat Heinrich Frieling betont, dass es nicht darum gehe, Angst zu erzeugen. Vielmehr solle die Bevölkerung befähigt werden, in Ausnahmesituationen vorbereitet und handlungsfähig zu sein.
Leuchtturm-Konzept als Herzstück der Strategie
Im Zentrum der Kampagne steht das sogenannte Leuchtturm-Konzept. In allen 14 Städten und Gemeinden des Kreises wurden feste Anlaufstellen definiert, die im Ernstfall aktiviert werden. Diese „Leuchttürme“ sollen der Bevölkerung Orientierung bieten, wenn reguläre Kommunikationswege – etwa Notrufsysteme – ausfallen.
Pro Kommune gibt es einen zentralen Leuchtturm sowie zusätzliche Meldestellen und Not-Aufenthaltsorte. Alle Standorte sind einheitlich gekennzeichnet und mit klar verständlichen Symbolen versehen, um sie im Krisenfall schnell auffindbar zu machen.
Hilfe auch ohne funktionierende Infrastruktur
Die Leuchttürme sind darauf ausgelegt, auch bei einem kompletten Ausfall kritischer Infrastruktur zu funktionieren. Bürger können dort rund um die Uhr Hilfe anfordern – sei es von Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei. Zudem dienen die Orte als Informationspunkte, an denen aktuelle Entwicklungen und wichtige Hinweise veröffentlicht werden. Ergänzt wird das System durch den sogenannten Bürgernotfunk mit über 100 zusätzlichen Anlaufstellen im gesamten Kreisgebiet.
Fokus auf Eigenverantwortung der Bevölkerung
Neben den strukturellen Maßnahmen setzt der Kreis verstärkt auf Aufklärung. Über Social Media und Informationsangebote werden Themen wie Notvorräte, Notfallgepäck oder Schutzmaßnahmen bei Starkregen verstärkt kommuniziert. Anna Schiller empfiehlt, sich bereits im Alltag mit den nächstgelegenen Anlaufstellen vertraut zu machen. Dieses Wissen könne im Ernstfall entscheidend sein – nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch für die Unterstützung anderer.
Vorbereitung auf den Ernstfall wird zur Gemeinschaftsaufgabe
Die Behörden im Kreis Soest sehen sich grundsätzlich gut aufgestellt, betonen jedoch die Bedeutung der Mitwirkung der Bevölkerung. Krisenvorsorge sei keine reine Aufgabe von Einsatzkräften, sondern erfordere ein Zusammenspiel aller Beteiligten. Mit der Kampagne #FitFürKrisen soll dieses Bewusstsein nachhaltig gestärkt werden. In den kommenden Wochen sind weitere Informationsschwerpunkte geplant, um die Bevölkerung Schritt für Schritt auf unterschiedliche Krisenszenarien vorzubereiten.
Eine Übersicht über alle Anlaufpunkte im Kreisgebiet bietet eine Karte, die online unter www.kreis-soest.de/leuchttuerme aufgerufen werden kann. Viele wertvolle Informationen, wie man sich auf mögliche Krisen und Katastrophen vorbereitet, hat der Kreis Soest auf seiner Seite www.kreis-soest.de/krisenfall zusammengefasst.


