Schock und Entsetzen in der norditalienischen Stadt Modena: Ein Auto ist am Samstagnachmittag mit hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe von Fußgängern gerast und hat dabei mehrere Menschen schwer verletzt. Nach Angaben der Behörden wurden insgesamt acht Personen verletzt, vier davon schwer. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen mitten im Stadtzentrum. Der Fahrer wurde nach einer dramatischen Flucht von Passanten verfolgt und schließlich überwältigt. Die Ermittler prüfen nun die Hintergründe der Tat.
Wagen rast gezielt auf Gehweg
Nach Angaben von Bürgermeister Massimo Mezzetti fuhr der Wagen mit hoher Geschwindigkeit gezielt auf den Gehweg im Zentrum der Stadt. Mehrere Passanten wurden erfasst, bevor das Fahrzeug schließlich in ein Schaufenster krachte. Die Wucht des Aufpralls sorgte für schwere Verletzungen und löste Panik unter den Menschen in der Umgebung aus. Rettungskräfte und Polizei rückten mit einem Großaufgebot an.
Frau verliert beide Beine
Besonders schwer traf es nach Berichten italienischer Medien eine Frau, die bei dem Aufprall beide Beine verloren haben soll. Mehrere Verletzte wurden in Krankenhäuser nach Bologna, Baggiovara und Modena gebracht. Mindestens zwei Menschen befinden sich demnach in kritischem Zustand auf der Intensivstation. Ärzte kämpfen weiterhin um das Leben einiger Opfer.
Fahrer versucht mit Messer zu fliehen
Nach dem Zusammenstoß soll der Fahrer versucht haben, zu Fuß zu fliehen. Augenzeugen berichten, dass der Mann dabei ein Messer in der Hand gehalten habe. Mehrere Passanten reagierten jedoch sofort und nahmen die Verfolgung auf. Schließlich gelang es ihnen, den Mann zu überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Ein Zeuge, Luca Signorelli, berichtete italienischen Medien, er habe den Täter verfolgt und sich bei dem Gerangel am Kopf verletzt.
Bürgermeister Mezzetti lobte später ausdrücklich das Eingreifen der Bürger und sprach von „großem Mut“ und „bürgerlichem Verantwortungsbewusstsein“.
Verdächtiger war offenbar psychisch auffällig
Laut Berichten des Corriere di Bologna handelt es sich bei dem Festgenommenen um den 31-jährigen Salim El Koudri. Der Mann wurde demnach in Seriate in der Provinz Bergamo geboren und lebt in Ravarino nahe Modena. Er soll einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften besitzen und bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sein. Alkohol- und Drogentests verliefen laut Medienberichten negativ. Italienische Medien berichten zudem, dass der Mann wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein soll. Die Ermittler untersuchen derzeit seine persönliche Vorgeschichte sowie mögliche Motive.
Keine Hinweise auf Terrorismus
Nach ersten Erkenntnissen gibt es bislang keine Hinweise auf religiöse Radikalisierung oder Verbindungen zu extremistischen Gruppen. Die Behörden schließen derzeit jedoch keine Möglichkeit vollständig aus. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einem „äußerst schwerwiegenden Vorfall“ und forderte eine vollständige Aufklärung der Tat.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Polizei wertet derzeit Videoaufnahmen und Zeugenaussagen aus. Besonders im Fokus steht die Frage, ob die Tat gezielt geplant war oder mit dem psychischen Zustand des Fahrers zusammenhängt. Die Ereignisse haben in Modena tiefe Bestürzung ausgelöst. Viele Menschen stehen nach den dramatischen Szenen im Zentrum der Stadt unter Schock.


