Warnung vor pro-iranischen Terroristen

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor einer neuen Terrorgruppierung, die offenbar Anschläge in Europa plant. Nach Einschätzung der Behörde könnten künftige Attacken deutlich gefährlicher ausfallen als bisher. Im Fokus steht die bislang wenig bekannte Organisation „Harakat Aschab al-Jamin al-Islamija“ (HAYI), die sich in jüngster Zeit zu mehreren Angriffen bekannt hat.

Von Sachbeschädigung zu schwerer Gewalt?

Bislang zielten die Angriffe vor allem auf jüdische und US-amerikanische Einrichtungen, meist in den Nacht- oder frühen Morgenstunden. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Doch genau das könnte sich ändern: Laut Verfassungsschutz kündigt die Gruppe an, künftig nicht mehr nur „einfache“ Mittel einzusetzen, sondern auch schwerere Waffen oder Sprengstoff.

Anschläge in mehreren europäischen Ländern

Die bisherigen Vorfälle konzentrierten sich insbesondere auf die Benelux-Staaten sowie Großbritannien. Doch auch Deutschland ist inzwischen in den Fokus gerückt. Ermittler prüfen Verbindungen zu einem Angriff auf ein israelisches Restaurant in München im April. Die Hinweise verdichten sich, dass die Täter im Auftrag der neuen Gruppierung gehandelt haben könnten.

Junge Täter, rekrutiert im Netz

Auffällig ist das Profil der mutmaßlichen Angreifer: In mehreren Fällen sollen junge Menschen beteiligt gewesen sein, die über soziale Netzwerke angeworben wurden. Für vergleichsweise geringe Geldsummen hätten sie die Taten ausgeführt – ein Vorgehen, das Sicherheitsbehörden zunehmend Sorge bereitet.

Spur führt in den Iran

Der Terrorismusexperte Peter Neumann sieht Parallelen zu bekannten Strategien iranischer Akteure. Insbesondere die Islamische Revolutionsgarde habe in der Vergangenheit ähnliche Vorgehensweisen propagiert. Auch politisch wird ein Zusammenhang vermutet: Die jüngste Eskalation im Irankonflikt könnte die Aktivitäten in Europa beeinflussen.

Politik spricht von „neuer Dimension“

Besorgt äußerten sich mehrere deutsche Politiker. Konstantin von Notz warnte vor einer „neuen Dimension der Bedrohung“ und bezeichnete die mutmaßlichen Täter als „Wegwerf-Agenten“, die gezielt für Anschläge instrumentalisiert würden. Auch Marc Henrichmann sieht eine enge Verbindung zwischen der aktuellen Sicherheitslage und geopolitischen Spannungen.

Zweifel an der wahren Täterschaft

Allerdings gibt es auch Unsicherheiten. Experten des International Centre for Counter-Terrorism weisen auf Unstimmigkeiten bei Bekennerschreiben und Kommunikationsmustern hin. Es sei denkbar, dass HAYI lediglich als Tarnorganisation fungiert, um von den eigentlichen Drahtziehern abzulenken.

Sicherheitslage bleibt angespannt

Unabhängig von der genauen Urheberschaft steht fest: Die Bedrohungslage in Europa verschärft sich. Sicherheitsbehörden beobachten die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit und bereiten sich auf mögliche Eskalationen vor. Besonders gefährdet bleiben jüdische und israelische Einrichtungen.

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