Waldbrand in Böhmischer Schweiz

Ein schwerer Waldbrand hat am Wochenende den Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien erschüttert. Das Feuer brach am Samstagnachmittag in der Nähe des Ortes Rynartice in der Gemeinde Jetrichovice aus und breitete sich innerhalb kurzer Zeit massiv aus. Anfangs war lediglich von einer betroffenen Fläche von rund zehn Hektar die Rede, später korrigierten die Behörden das Ausmaß deutlich nach oben.

Nach Angaben der Feuerwehr standen zeitweise rund 100 Hektar Waldgebiet in Flammen. Der Rauch war kilometerweit sichtbar und sorgte auch in grenznahen Regionen für Besorgnis.

Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Die tschechischen Behörden reagierten mit einem Großaufgebot auf den Brand. Mehr als 500 Feuerwehrleute wurden mobilisiert, unterstützt von sieben Löschhubschraubern sowie Kräften der tschechischen Armee. Straßen rund um das betroffene Gebiet wurden abgesperrt. Die Polizei forderte Einwohner und Touristen auf, die Region weiträumig zu meiden. Besonders schwierig gestaltete sich der Einsatz wegen des unwegsamen Geländes im Nationalpark.

Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung unterstützten die Feuerwehr unter anderem mit Drohnenaufnahmen, um die Ausbreitung des Feuers aus der Luft besser einschätzen zu können.

Feuer frisst sich durch trockene Waldstreu

Nach Angaben der Einsatzkräfte brannte vor allem sogenannte Waldstreu – also trockene Blätter, Nadeln, Äste und Rindenreste auf dem Waldboden. Aufgrund der extremen Trockenheit konnte sich das Feuer rasch ausbreiten. Der staatliche Wetterdienst hatte bereits zuvor vor einer erhöhten Waldbrandgefahr in weiten Teilen Tschechiens gewarnt. Seit Wochen fehlt vielerorts ergiebiger Regen. Die Böden und Wälder gelten als ausgetrocknet und hochentzündlich.

Die Behörden appellierten erneut an die Bevölkerung, keine offenen Feuer zu entzünden und keine Zigarettenkippen in der Natur wegzuwerfen.

Nationalpark Sächsische Schweiz nicht bedroht

Der Nationalpark Böhmische Schweiz grenzt direkt an die deutsche Sächsische Schweiz. Deshalb wurde die Lage auch auf deutscher Seite aufmerksam beobachtet. Nach Angaben des Leiters des Nationalparks Böhmische Schweiz, Tomas Salov, konnte das Feuer inzwischen eingedämmt werden. Die Einsatzkräfte hätten die Flammen auf eine Fläche von etwa einem Quadratkilometer begrenzen können. Für die Sächsische Schweiz bestehe derzeit keine unmittelbare Gefahr.

Trotzdem bleiben Feuerwehr und Behörden in Alarmbereitschaft, da Wind und Trockenheit die Lage jederzeit wieder verschärfen könnten.

Erinnerungen an die Katastrophe von 2022 werden wach

Der aktuelle Brand weckt bei vielen Menschen in der Region Erinnerungen an den verheerenden Großbrand im Sommer 2022. Damals erlebte die Böhmische Schweiz die schwerste Brandkatastrophe ihrer Geschichte. Mehr als 1.600 Hektar Wald standen wochenlang in Flammen. Tausende Feuerwehrleute kämpften fast drei Wochen gegen das Feuer. Zahlreiche Wanderwege, Wälder und touristische Gebiete wurden damals zerstört.

Die Sorge ist nun groß, dass sich ähnliche Szenarien angesichts zunehmender Trockenheit und extremer Wetterlagen künftig häufiger wiederholen könnten.

Zweiter Waldbrand in Nordböhmen

Parallel zum Feuer in der Böhmischen Schweiz musste die Feuerwehr auch in Nordböhmen einen weiteren Waldbrand bekämpfen. Bei der Stadt Chrastava, rund 15 Kilometer südöstlich von Zittau, standen etwa 25 Hektar Wald in Flammen. Dieser Brand konnte nach Angaben der Behörden jedoch noch am Samstagabend unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden.

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