Die Stadt Celle investiert massiv in ihre Krisenvorsorge – rund 800.000 Euro sind in neue Technik, Infrastruktur und Schutzmaßnahmen geflossen. Für Oberbürgermeister Jörg Nigge ist das eine klare Priorität: Sicherheit sei keine Option, sondern Pflichtaufgabe der Kommune.
Lehren aus Hochwasser und Krisenszenarien
Spätestens das Jahrhunderthochwasser 2023/24 habe gezeigt, wie verletzlich auch vergleichsweise ruhige Regionen sein können. Gleichzeitig rückt das Szenario eines großflächigen Stromausfalls stärker in den Fokus. Die Stadt reagiert darauf mit einer gezielten Aufrüstung – und setzt auf Prävention statt Improvisation.
Mobile Stromversorgung für den Notfall
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist die Anschaffung von acht mobilen Stromerzeugern für die Feuerwehr. Die leistungsstarken Aggregate sollen im Ernstfall sogenannte „Blackout-Leuchttürme“ versorgen – Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger, wenn die reguläre Infrastruktur ausfällt.
Mit Investitionen von rund 450.000 Euro wird so sichergestellt, dass Feuerwehrhäuser und wichtige Knotenpunkte auch bei einem Stromausfall funktionsfähig bleiben. Gleichzeitig können die Geräte im regulären Übungsbetrieb genutzt werden – ein Plus für Ausbildung und Einsatzbereitschaft.
Schneller Schutz vor Hochwasser
Auch beim Hochwasserschutz hat Celle nachgelegt. Nach intensiven Bemühungen konnte die Stadt eine zusätzliche Sandsackfüllmaschine vom Land Niedersachsen erhalten. Ergänzt durch umfangreiches Zubehör steht nun eine deutlich verbesserte Infrastruktur bereit, um bei drohenden Überschwemmungen schnell reagieren zu können.
Neue Atemschutzwerkstatt verbessert Einsatzfähigkeit
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz der Einsatzkräfte. Unter der Leitung von Feuerwehrverantwortlichen wurde eine moderne Atemschutzwerkstatt aufgebaut. Ziel ist es, Reinigung, Wartung und Logistik der Ausrüstung deutlich zu verbessern.
Mehr Hygiene und Effizienz im Feuerwehralltag
Bislang mussten Teile der Reinigung extern organisiert werden – ein zeitaufwendiger Prozess. Mit der neuen Ausstattung kann die Feuerwehr nun Atemschutzgeräte und persönliche Schutzausrüstung eigenständig, schneller und unter kontrollierten Bedingungen reinigen. Zur technischen Ausstattung gehören unter anderem spezielle Waschsysteme, Trockenschränke und Abluftanlagen. Insgesamt wurden rund 350.000 Euro in diesen Bereich investiert.
Ehrenamt im Fokus
Die Maßnahmen kommen nicht nur den hauptamtlichen Kräften zugute. Rund 500 ehrenamtliche Feuerwehrleute profitieren ebenfalls von den verbesserten Arbeitsbedingungen und erhöhten Sicherheitsstandards.
Stadt setzt auf langfristige Krisenvorsorge
Bereits 2022 hatte Celle einen Blackout-Leitfaden vorgestellt und damit früh auf mögliche Krisenszenarien reagiert. Die aktuellen Investitionen sind Teil einer langfristigen Strategie, die darauf abzielt, die Stadt widerstandsfähiger gegenüber Katastrophen zu machen. Oberbürgermeister Nigge betont: Man wolle sich nicht auf bisherigen Erfolgen ausruhen, sondern kontinuierlich weiter an der Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen arbeiten.


