Die Spannungen an der NATO-Ostflanke nehmen weiter zu. Polen hat nach eigenen Angaben erneut ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Die Maschine drang demnach nicht in den polnischen Luftraum ein. Es handelt sich bereits um den vierten vergleichbaren Vorfall innerhalb kurzer Zeit. Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine russische Il-20. Nach Angaben des polnischen Verteidigungsministers Władysław Kosiniak-Kamysz war die Maschine rund 30 Kilometer nördlich des Badeortes Łeba unterwegs. Polnische Kampfjets stiegen auf und nahmen das russische Flugzeug ins Visier. Der polnische Luftraum wurde dabei nach Angaben Warschaus nicht verletzt.
Vierter Vorfall binnen kurzer Zeit
Der aktuelle Zwischenfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein. Bereits Ende Juli und Anfang August waren russische Aufklärungsflugzeuge mehrfach von polnischen Kampfjets begleitet beziehungsweise abgefangen worden. Mitte Juli kam es zudem an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu Begegnungen mit russischen Militärflugzeugen über der Ostsee.
Warschau spricht von Provokation
Polens Verteidigungsminister wertet die wiederholten Flüge als Belastungsprobe für die polnische Luftverteidigung. Russland teste damit erneut die Verteidigungs- und Überwachungssysteme des NATO-Staates, erklärte Kosiniak-Kamysz. Beim Abfangen geht es zunächst nicht um einen Angriff. Die polnischen Piloten nehmen Sichtkontakt auf und signalisieren der russischen Maschine, den Bereich zu verlassen.
Sorge vor weiterer Eskalation
Die wiederholten russischen Aufklärungsflüge sorgen in Polen und den baltischen Staaten für wachsende Aufmerksamkeit. Befürchtet wird, dass Russland angesichts des Krieges gegen die Ukraine den militärischen Druck auf die NATO-Ostflanke erhöhen könnte. Der jüngste Vorfall zeigt damit erneut, wie angespannt die Lage im Ostseeraum ist. Auch wenn der polnische Luftraum diesmal nicht verletzt wurde, müssen die NATO-Staaten ihre Luftüberwachung weiterhin aufrechterhalten.


