West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus

Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa weiter aus. Seit Jahresbeginn wurden in zwölf europäischen Ländern lokal übertragene Infektionen registriert. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind insgesamt 99 Regionen betroffen. Die meisten Infektionen wurden bislang in Italien mit 311 Fällen und Griechenland mit 157 Fällen gemeldet. Betroffen sind außerdem unter anderem Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien, Rumänien und Serbien. In 21 Regionen wurde das Virus in diesem Jahr erstmals nachgewiesen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren 67 Regionen in neun Ländern betroffen.

Fünf Todesfälle in Nordmazedonien

Auch auf dem Balkan nimmt das Infektionsgeschehen zu. In Nordmazedonien wurden zuletzt 43 Infektionen bei Menschen festgestellt. Der überwiegende Teil der Fälle trat innerhalb von nur drei Wochen auf. Fünf Erkrankte starben. Das West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Die meisten Infektionen verlaufen ohne Beschwerden oder verursachen lediglich leichte, grippeähnliche Symptome. In schweren Fällen kann das Virus jedoch das zentrale Nervensystem angreifen und unter anderem eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung auslösen.

Mückensaison als entscheidender Faktor

Die Hauptübertragungszeit liegt in Europa zwischen Juli und September. Gleichzeitig breitet sich die Asiatische Tigermücke weiter aus. Sie ist inzwischen in 16 europäischen Ländern vertreten und kann neben anderen Erregern auch Dengue-, Chikungunya- und Zikaviren übertragen. Die ECDC fordert angesichts der Entwicklung eine verstärkte und grenzüberschreitend koordinierte Mückenbekämpfung. Auch die Bevölkerung soll stärker in Präventionsmaßnahmen einbezogen werden.

Deutschland ebenfalls betroffen

Deutschland gehört inzwischen zu den Ländern, in denen eine lokale Übertragung des West-Nil-Virus nachgewiesen wurde. Das Robert Koch-Institut rechnet grundsätzlich mit einer weiteren Ausbreitung in neue Regionen. Besonders in Teilen Ostdeutschlands zirkuliert das Virus bereits seit mehreren Jahren. Das West-Nil-Virus ist längst kein ausschließlich südeuropäisches Problem mehr. Mit zunehmender Verbreitung geeigneter Mückenarten und längeren Übertragungszeiten wächst auch in Mitteleuropa die Bedeutung des Erregers.

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