Russland droht Großbritannien und Frankreich

Der Ton zwischen Russland und mehreren europäischen Unterstützern der Ukraine wird schärfer. Moskau hat Großbritannien und Frankreich wegen der geplanten Weitergabe sensibler Raketentechnologie an die Ukraine mit Konsequenzen gedroht. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa warf London und Paris vor, „mit dem Feuer zu spielen“. Großbritannien hatte der Ukraine zuletzt Zugang zu vertraulicher Technologie zugesagt, mit der das Land künftig eigene Storm-Shadow-Marschflugkörper herstellen können soll.

Frankreich unterstützt den Schritt und hat die Lizenzierung entsprechender Technologie für die französische Variante SCALP genehmigt. Die Vereinbarung soll der Ukraine ermöglichen, ihre eigene Produktion von Langstreckenwaffen auszubauen und damit unabhängiger von ausländischen Lieferungen zu werden.

Moskau droht mit Angriffen auf britische Ziele

Russland wertet die Entscheidung als weitere direkte Einmischung Großbritanniens in den Krieg. Sacharowa warnte, sollten ukrainische Streitkräfte mit britischen Raketen Ziele auf russischem Staatsgebiet angreifen, könnten britische Militäreinrichtungen ins Visier genommen werden. Die Drohung beschränkt sich nach russischer Darstellung nicht auf britische Einrichtungen innerhalb der Ukraine. Auch Ziele außerhalb des Landes könnten betroffen sein. Moskau sprach von möglichen „katastrophalen Folgen“.

Auch Frankreich gerät ins Visier

Neben Großbritannien richtet sich die Kritik gegen Frankreich. Paris hat der Ukraine ebenfalls den Zugang zu Technologie für die Produktion von SCALP-Marschflugkörpern ermöglicht. Damit wächst aus russischer Sicht die direkte Beteiligung westlicher Staaten an der ukrainischen Rüstungsproduktion. Gleichzeitig betonen London und Paris weiterhin ihre Unterstützung für die Ukraine und verweisen auf das Recht Kiews, sich gegen die russische Invasion zu verteidigen.

Warnungen vor einer weiteren Eskalation

Die aktuellen Drohungen kommen nach einer Reihe ähnlicher Warnungen aus Moskau. Bereits zuvor hatte der Kreml die britische Entscheidung als weitere Verschärfung des Konflikts kritisiert und angekündigt, mögliche Produktionsstätten von Langstreckenraketen in der Ukraine ins Visier zu nehmen. Parallel zur Debatte über die Raketentechnologie baut Großbritannien seine militärische Zusammenarbeit mit Kiew weiter aus. Dabei geht es auch um Drohnen, künstliche Intelligenz und die Nutzung umfangreicher ukrainischer Gefechtsdaten für die Entwicklung autonomer Systeme.

Gefahr einer direkten Konfrontation

Die russischen Äußerungen erhöhen den Druck auf London und Paris. Sollte Moskau tatsächlich britische oder französische Einrichtungen außerhalb der Ukraine angreifen, könnte dies eine neue Eskalationsstufe im Verhältnis zwischen Russland und NATO-Staaten bedeuten. Noch ist offen, ob es bei den Drohungen bleibt. Klar ist jedoch: Mit der geplanten Weitergabe von Raketentechnologie verschärft sich der Konflikt um westliche Waffenlieferungen an die Ukraine – und Moskau reagiert mit immer deutlicheren Warnungen an die europäischen Unterstützer Kiews.

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