Schweres Unwetter zieht über Zypern

Ein heftiges Unwetter hat am Samstag weite Teile Zyperns getroffen und erhebliche Schäden verursacht. Besonders dramatisch war die Lage an der Küste: Boote gerieten in Seenot, eine Wasserhose wurde vor Larnaka beobachtet und mindestens ein Mensch kam ums Leben. Auch Straßen, Gebäude und die Stromversorgung waren von den Auswirkungen des Sturms betroffen. Das schwerste Unglück ereignete sich an der Südostküste der Mittelmeerinsel. Nach Angaben des zyprischen Rundfunks RIK, der sich auf die Polizei beruft, wurde die Leiche eines Bootsführers an einem felsigen Küstenabschnitt am Kap Greco entdeckt.

Die Rettungskräfte waren während des Unwetters auch mit der Bergung weiterer Menschen beschäftigt. In der Nähe des Unglücksortes konnte ein Hubschrauber des zyprischen Zivilschutzes einen Menschen aus der aufgewühlten See retten. Damit wurde der Sturm nicht nur zu einer Belastungsprobe für die Infrastruktur, sondern auch zu einer tödlichen Gefahr für Menschen auf dem Wasser.

Spektakuläre Wasserhose vor Larnaka

Für Aufsehen sorgte zudem ein seltenes Wetterphänomen. Kurz vor 11 Uhr wurde vor Larnaka eine Wasserhose beobachtet. Das beeindruckende, zugleich gefährliche Phänomen war auch von den Küstenorten Meneou und Pervolia aus zu sehen. Wasserhosen können entstehen, wenn starke Gewitter über dem Meer auftreten und aufsteigende Luft sowie kräftige Windströmungen eine rotierende Säule bilden. In Verbindung mit einem schweren Unwetter können sie für Boote und Menschen an der Küste erhebliche Gefahren darstellen.

Überschwemmungen und umgestürzte Bäume

Auch im Landesinneren hinterließ das Unwetter eine breite Spur der Verwüstung. Straßen und Gebäude wurden teilweise überflutet, Bäume stürzten um und es kam zu Erdrutschen. Zusätzlich wurden Stromausfälle gemeldet. Die Feuerwehr musste zahlreiche Einsätze abarbeiten. Besonders stark gefordert waren die Einsatzkräfte im Raum der Hauptstadt Nikosia. Dort kam es zu zahlreichen Notrufen wegen Sturmschäden. Ein Mann wurde zudem von einem Blitz getroffen. Nach Angaben des zyprischen Rundfunks erlitt er Verletzungen, befand sich jedoch nicht in Lebensgefahr.

Flugverkehr erheblich beeinträchtigt

Die Auswirkungen des Sturms erreichten auch die beiden wichtigsten internationalen Flughäfen der Insel. Der Flugverkehr an den Flughäfen Larnaka und Pafos wurde durch das Unwetter erheblich beeinträchtigt. Nach Angaben des Flughafenbetreibers Hermes Airports mussten am Samstagvormittag elf Flugzeuge auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Für Reisende bedeutete das Verspätungen und Änderungen der geplanten Flugverbindungen.

Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Während an zahlreichen Orten bereits die Beseitigung der Schäden begann, waren Feuerwehr, Rettungsdienste und Zivilschutz weiterhin gefordert. Umgestürzte Bäume, überflutete Verkehrswege und beschädigte Gebäude erschwerten die Arbeit der Einsatzkräfte. Das Ausmaß der Schäden wurde vielerorts erst nach dem Abzug der stärksten Gewitterzellen sichtbar. Neben den unmittelbaren Sachschäden musste auch die Stromversorgung in betroffenen Gebieten wiederhergestellt werden.

Sturm fordert ein Todesopfer

Der schwere Sturm über Zypern hat damit mindestens ein Menschenleben gefordert und zahlreiche weitere Einsätze ausgelöst. Besonders die Kombination aus heftigen Niederschlägen, starken Winden und gefährlicher See machte das Unwetter zu einer außergewöhnlichen Belastung. Die vor Larnaka gesichtete Wasserhose wurde dabei zum spektakulären Symbol für die außergewöhnliche Wetterlage. Für die Bevölkerung und zahlreiche Urlauber zeigte sich jedoch vor allem die gefährliche Seite des Sturms: Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich das sommerliche Urlaubsziel vielerorts in eine Unwetterzone.

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