Die Lage im Persischen Golf spitzt sich weiter zu: Der Iran hat seine Blockade der Straße von Hormus erneut aktiviert und geht offenbar auch militärisch gegen Schiffe vor. Dabei gerieten selbst zivile Kreuzfahrtschiffe ins Visier – ein gefährlicher Präzedenzfall in einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt.
Drohung gegen deutsches Kreuzfahrtschiff
Besonders brisant: Das Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 4 wurde während der Passage von iranischen Revolutionsgarden bedroht. Laut Sicherheitsberichten sollen die Einheiten eine direkte Warnung ausgesprochen haben, die inhaltlich auf einen möglichen Angriff hindeutete. Kurz darauf wurde ein Einschlag in unmittelbarer Nähe des Schiffes registriert. Schäden oder Verletzte wurden glücklicherweise nicht gemeldet.
Konvoi durch Krisengebiet
Trotz der angespannten Sicherheitslage gelang mehreren Kreuzfahrtschiffen die Durchfahrt durch die Meerenge. Neben der „Mein Schiff 4“ befand sich auch die Mein Schiff 5 sowie die MSC Euribia in dem Konvoi. Die Passage erfolgte unter strenger Abstimmung mit internationalen Behörden und Sicherheitsdiensten.
Weitere Angriffe gemeldet
Die Bedrohung blieb nicht auf verbale Drohungen beschränkt. Nach Angaben britischer Sicherheitsstellen wurde ein Containerschiff durch ein unbekanntes Projektil getroffen. Details zum Schaden sind bislang unklar, doch der Vorfall verdeutlicht die zunehmende Gefährdung auch für Handelsschiffe.
Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Europa
Die betroffenen Schiffe haben inzwischen Kurs auf Europa genommen. Die TUI-Flotte steuert das Mittelmeer an, während die „MSC Euribia“ nach Nordeuropa unterwegs ist. Der weitere Fahrplan bleibt jedoch unsicher und hängt stark von der Entwicklung der Sicherheitslage ab.
Blockade überraschend wieder aktiviert
Besonders irritierend: Noch kurz zuvor hatten die USA und der Iran eine Öffnung der Straße von Hormus angekündigt. Diese Entscheidung wurde jedoch kurzfristig revidiert. Laut iranischen Militärangaben sei die erneute Blockade eine Reaktion auf Maßnahmen der USA gegen iranische Häfen.
Weitere Schiffe entkommen knapp
Auch andere Kreuzfahrtschiffe konnten die Region verlassen. Die Celestial Discovery war eines der ersten Schiffe, das die Meerenge nach Beginn der Eskalation durchquerte. Zuvor hatten mehrere Schiffe in Häfen wie Dubai, Abu Dhabi und Doha festgelegen, nachdem die Sicherheitslage eskaliert war.
Reedereien reagieren auf Krisenlage
Während einige Anbieter ihre Schiffe evakuierten und in Sicherheit brachten, hatten andere bereits frühzeitig Konsequenzen gezogen. So verzichtete AIDA Cruises schon im Vorfeld auf Reisen in die Golfregion und entzog sich damit der aktuellen Gefahrenlage.
Zivile Schifffahrt zunehmend im Visier
Die aktuellen Vorfälle zeigen, wie stark sich geopolitische Konflikte inzwischen auf die zivile Schifffahrt auswirken. Die Straße von Hormus bleibt ein neuralgischer Punkt der globalen Energie- und Handelsversorgung – und entwickelt sich zunehmend zu einem Hochrisikogebiet.


