Europa steht möglicherweise vor einer massiven Energieverknappung im Luftverkehr. Nach Einschätzung des Chefs der Internationalen Energieagentur könnte der Kontinent nur noch für etwa sechs Wochen über ausreichende Kerosinreserven verfügen. Sollte die aktuelle Blockade wichtiger Öl-Lieferketten anhalten, könnten erste Konsequenzen schon bald spürbar werden.
Straße von Hormus als neuralgischer Punkt
Auslöser der angespannten Lage ist die Unterbrechung zentraler Energie- und Warenströme durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl weltweit. Die anhaltenden Spannungen rund um den Iran haben diesen Engpass verschärft. Die Folge: Unsicherheit auf den Energiemärkten und wachsende Risiken für die Versorgung Europas.
Warnung vor Flugstreichungen
Die Auswirkungen könnten direkt den Flugverkehr treffen. Laut Prognosen könnten Airlines schon in naher Zukunft gezwungen sein, Verbindungen zwischen Städten einzustellen – schlicht, weil Treibstoff fehlt. Besonders kritisch wird die Situation, wenn sich die Blockade weiter hinzieht.
Lufthansa bereitet sich auf Krisenszenarien vor
Deutschlands größte Airline hat bereits Notfallmaßnahmen in der Schublade. Im Ernstfall könnten zunächst rund 20 ältere Flugzeuge stillgelegt werden, im weiteren Verlauf sogar bis zu 40 Maschinen. Ziel ist es, den Treibstoffverbrauch zu reduzieren und den Betrieb auf wirtschaftlich tragfähige Strecken zu konzentrieren.
Taktisches Tanken als Übergangslösung
Um Engpässe zu umgehen, plant die Airline, verstärkt an großen deutschen Drehkreuzen zu tanken – etwa in Frankfurt oder München. So soll genug Treibstoff für Hin- und Rückflug geladen werden. Allerdings stößt diese Strategie bei Langstreckenflügen an ihre Grenzen, da dort Zwischenbetankungen unvermeidlich sind.
Preisanstieg bereits spürbar
Die Krise zeigt schon jetzt wirtschaftliche Folgen: Flugpreise sind bereits gestiegen, weitere Erhöhungen gelten als wahrscheinlich. Gleichzeitig könnten unrentable Strecken gestrichen werden, um Kosten zu sparen und Ressourcen zu bündeln.
Globale Auswirkungen auf Energiepreise
Die Situation betrifft nicht nur den Luftverkehr. Experten rechnen weltweit mit steigenden Preisen für Benzin, Gas und Strom. Besonders stark dürften Länder in Asien betroffen sein, die stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind.
Kritik an Irans Durchfahrtsgebühren
Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch ein umstrittenes System: Der Iran verlangt von einigen Schiffen Gebühren für die Passage durch die Straße von Hormus. Experten warnen, dass dies langfristig einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnte – auch für andere strategisch wichtige Seewege.


