Sturm „Goretti“ hat in weiten Teilen Westeuropas massive Schäden angerichtet und das öffentliche Leben zeitweise nahezu zum Erliegen gebracht. Besonders Frankreich und Großbritannien kämpfen mit den Folgen des Unwetters, das mit orkanartigen Böen, Stromausfällen und gravierenden Verkehrsproblemen einherging.
In Frankreich waren nach Angaben des Innenministeriums rund 380.000 Haushalte zeitweise ohne Strom. Der Sturm zog in der Nacht mit Windgeschwindigkeiten von lokal bis zu 200 Kilometern pro Stunde über den Nordwesten des Landes. Besonders hart traf es die Bretagne und die Normandie. Dort stürzten zahlreiche Bäume um, Straßen wurden blockiert und Stromleitungen beschädigt. An der Küste der Bretagne erreichten die Wellen Höhen von bis zu 13 Metern – ein gefährliches Szenario selbst für erfahrene Einsatzkräfte.
Trotz der Wucht des Sturms fiel die vorläufige Bilanz vergleichsweise glimpflich aus: Medienberichten zufolge wurden sechs Menschen leicht verletzt. Die Behörden hatten im Vorfeld eindringlich gewarnt und die Bevölkerung aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen.
Der Bahnverkehr kam in Nordfrankreich am Freitag nahezu vollständig zum Stillstand. In der Normandie und der Bretagne sollte der Zugbetrieb erst im Laufe des Nachmittags schrittweise wieder anlaufen. Auch im Großraum Paris sowie in Elsass und Lothringen kam es zu erheblichen Einschränkungen. In den Départements Manche und Seine-Maritime blieben die Schulen vorsorglich geschlossen.
Auch Großbritannien schwer getroffen
„Goretti“ machte auch vor Großbritannien nicht halt. Dort waren nach Angaben des Netzbetreibers National Grid mehr als 55.000 Haushalte ohne Strom, vor allem im Südwesten Englands und in den westlichen Midlands. Umgestürzte Bäume, beschädigte Leitungen und gesperrte Straßen erschwerten vielerorts die Lage. In mehreren Regionen fiel der Schulbetrieb aus, der Zugverkehr wurde großflächig eingestellt.
Besonders betroffen ist Cornwall. Dort forderten die Behörden die Bevölkerung auf, alle nicht zwingend notwendigen Reisen zu unterlassen. Am Londoner Flughafen Heathrow kam es zu massiven Störungen: Mindestens 69 Starts und Landungen wurden gestrichen, überwiegend Kurzstreckenflüge von British Airways. Rund 9.000 Passagiere dürften betroffen sein, darunter auch Reisende auf Verbindungen nach Deutschland.
Inzwischen hat sich die Wetterlage sowohl in Frankreich als auch in Großbritannien beruhigt. Die Aufräumarbeiten laufen jedoch weiter, und vielerorts wird noch an der Wiederherstellung der Stromversorgung und der Verkehrswege gearbeitet.


