Mehrere Vermisste nach Gasexplosion in Görlitz

Görlitz. Schockmoment in Görlitz: Mitten in einer Gründerzeitstraße ist am Montagnachmittag ein Wohnhaus plötzlich eingestürzt. Eine gewaltige Druckwelle erschütterte das Viertel, Trümmer flogen meterweit über die Straße. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk kämpfen seit Stunden gegen das Chaos an der Unglücksstelle. Noch immer wird nach mehreren vermissten Personen gesucht.

Gewaltiger Knall erschüttert Wohnviertel

Gegen 17.31 Uhr gingen bei Polizei und Feuerwehr zahlreiche Notrufe ein. Anwohner berichteten von einem lauten Knall in der James-von-Moltke-Straße – nur Sekunden später brach das Wohnhaus in sich zusammen. Der Einsturz riss eine massive Lücke in die historische Häuserzeile mit ihren Gründerzeitbauten. Große Trümmerteile stürzten auf die Straße und verteilten sich bis auf den gegenüberliegenden Gehweg. Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler derzeit von einer Gasexplosion als Ursache aus. Die Polizei spricht offiziell von einer „möglichen Gasexplosion“.

Mehrere Menschen zunächst vermisst

Unmittelbar nach dem Einsturz galt die Sorge möglichen Opfern unter den Trümmern. Zunächst wurden fünf Menschen vermisst. Im Verlauf des Abends konnte die Polizei jedoch Entwarnung für zwei Personen geben. Dabei handelt es sich offenbar um Gäste einer Ferienwohnung in dem Haus. Sie hatten zum Zeitpunkt des Unglücks noch nicht eingecheckt und befanden sich nicht im Gebäude. Drei weitere Personen bleiben allerdings weiterhin unauffindbar. Die Ermittler schließen nicht aus, dass sie sich während des Einsturzes im Haus aufgehalten haben könnten.

Augenzeuge berichtet von Druckwelle und panischen Szenen

Der 29-jährige Anwohner Phillip Skorka erlebte den Einsturz aus nächster Nähe. Er arbeitete nach eigenen Angaben gerade im Homeoffice, als plötzlich eine starke Druckwelle durch das Gebäude ging. Kurz darauf fiel in der Umgebung der Strom aus. Als Skorka auf seinen Balkon trat, bot sich ihm ein dramatisches Bild: Eine Frau stand schreiend und weinend auf der Straße, überall lagen Trümmerteile verstreut. Der Augenzeuge berichtete zudem von roten Flecken auf dem Gehweg, die möglicherweise von Verletzten stammen könnten.

Feuerwehr und THW suchen mit Spürhunden nach Verschütteten

Die Rettungsarbeiten laufen unter Hochdruck. Feuerwehr, Rettungsdienst und das Technisches Hilfswerk sind mit zahlreichen Kräften vor Ort. Zusätzlich wurde eine Hundestaffel aus Freital angefordert. Die Spürhunde suchen zwischen den Trümmern nach möglichen Überlebenden. Nach Medienberichten befand sich am Unglücksort auch ein Mann, der vermutet, dass seine Ehefrau unter den Trümmern eingeschlossen sein könnte.

Nachbarhäuser evakuiert – Bewohner in Notunterkünften

Aus Sicherheitsgründen wurden die Bewohner der angrenzenden Häuser sofort evakuiert. Die Stadt richtete Notunterkünfte für die Betroffenen ein. Die Stadtwerke kappten vorsorglich sämtliche Gas- und Stromleitungen in dem Bereich. Ein Statiker soll nun prüfen, ob die benachbarten Gebäude durch die Explosion beschädigt wurden und weiterhin einsturzgefährdet sind.

Oberbürgermeister spricht von möglicher Gasexplosion

Auch Görlitz’ Oberbürgermeister Octavian Ursu machte sich noch am Abend ein Bild von der Lage. Nach ersten Einschätzungen deute vieles auf eine Explosion im Gasnetz oder innerhalb des Hauses hin. Die genaue Ursache soll nun durch Spezialisten untersucht werden. Ob sich zum Zeitpunkt der Explosion Bewohner oder Feriengäste in den Wohnungen befanden, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Einsatzkräfte kämpfen gegen instabile Trümmerlage

Die Arbeit der Rettungskräfte gestaltet sich schwierig. Große Teile des Gebäudes sind völlig zerstört, die Trümmerlage gilt als instabil. Immer wieder müssen Einsatzkräfte den Gefahrenbereich räumen, um Nachstürze zu vermeiden. Die Hoffnung richtet sich nun darauf, mögliche Verschüttete rechtzeitig zu finden.

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