Ein kräftiges Erdbeben hat am Morgen des 5. Mai die Gewässer vor der Nordküste von Neuseeland erschüttert. Das Beben erreichte eine Magnitude von 5,8 und war in weiten Teilen der Nordinsel deutlich spürbar. Besonders beunruhigend: Kurz nach dem Hauptbeben setzte ein intensiver Schwarm weiterer Erschütterungen ein.
Dutzende Nachbeben registriert
Das Epizentrum lag rund 129 Kilometer nordöstlich der Küstenstadt Whangamatā. Das Hypozentrum befand sich in etwa 35 Kilometern Tiefe. Innerhalb weniger Stunden registrierten internationale Erdbebendienste zahlreiche Nachbeben. Mehrere davon erreichten Magnituden im hohen Viererbereich. Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung meldete zusätzlich zwei weitere starke Beben mit Magnituden von 5,3 und 5,2.
Erschütterungen auf weiter Fläche spürbar
Die Beben waren in großen Teilen der Nordinsel zu spüren. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen zunächst jedoch nicht vor. Dennoch sorgt die ungewöhnlich hohe Aktivität in der Region für Aufmerksamkeit, da sich die Erschütterungen in einem der geologisch aktivsten Gebiete der Erde ereigneten.
Neuseeland liegt am Pazifischen Feuerring
Die Ursache der Beben liegt tief unter der Erdoberfläche: Neuseeland befindet sich direkt am sogenannten Pazifischer Feuerring – einer Zone extremer vulkanischer und seismischer Aktivität. Dort treffen die Pazifische und die Australische Platte aufeinander. Vor der Ostküste der Nordinsel schiebt sich die Pazifische Platte in der Hikurangi-Subduktionszone unter die Australische Platte. Die dabei entstehenden Spannungen entladen sich regelmäßig in starken Erdbeben.
Experten beobachten vulkanische Aktivität genau
Besonders aufmerksam verfolgen Geologen nun mögliche Auswirkungen auf die Vulkanregionen der Nordinsel. Die Beben ereigneten sich nahe der hochaktiven Taupō Volcanic Zone, einer der aktivsten vulkanischen Zonen weltweit. Auch die Vulkaninsel Whakaari / White Island liegt im Einflussbereich der Erschütterungen. Experten halten es für möglich, dass sich das Beben auf die Aktivität des Vulkans auswirken könnte.
Hinweise auf komplexe geologische Prozesse
Fachleute diskutieren derzeit verschiedene Ursachen für die ungewöhnliche Erdbebenserie. Neben tektonischen Spannungen könnten auch Bewegungen innerhalb des sogenannten Lau-Beckens oder magmatische Prozesse eine Rolle spielen. Die Region gilt als geologisch äußerst komplex, da dort mehrere tektonische und vulkanische Systeme aufeinandertreffen.
Angst vor weiteren starken Beben
Auch wenn bislang größere Schäden ausblieben, erinnern die aktuellen Erschütterungen viele Menschen in Neuseeland an frühere Naturkatastrophen. Die Behörden beobachten die Situation aufmerksam, da Nachbeben jederzeit weitere Gefahren auslösen könnten.
Die kommenden Tage dürften entscheidend sein, ob die Aktivität langsam abklingt – oder sich die Lage weiter zuspitzt.


