Auf den Philippinen sorgt der erneute Ausbruch des Vulkans Mayon für Alarmstimmung. Der Feuerberg schleuderte gewaltige Aschewolken in die Atmosphäre und überzog zahlreiche Gemeinden in der Umgebung mit einer dichten grauen Staubschicht. Behörden sprechen von einer angespannten Lage in der gesamten Region rund um den Vulkan. Besonders betroffen ist die Bicol-Region im Südosten der Hauptinsel Luzon. Nach Angaben der philippinischen Behörden wurden seit Samstag mindestens 52 Dörfer von herabfallender Vulkanasche erfasst. Erste Lavaströme flossen bereits die Hänge des Vulkans hinab.
Behörden warnen vor lebensgefährlicher Sperrzone
Die Einsatzkräfte reagierten umgehend auf den Ausbruch. Feuerwehr, Katastrophenschutz und Hilfstrupps wurden in die betroffenen Gebiete entsandt, um Bewohner zu unterstützen und mögliche Evakuierungen vorzubereiten. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, sich keinesfalls der Gefahrenzone zu nähern. Rund um den Vulkan gilt aktuell eine Sperrzone von sechs Kilometern. Experten warnen vor plötzlich auftretenden Explosionen, pyroklastischen Strömen und giftigen Gasen. Feuerwehrsprecher Achilles Santiago erklärte, Rettungsteams seien bereits vor Ort im Einsatz und würden gemeinsam mit lokalen Behörden die Lage überwachen. Priorität habe derzeit die Sicherheit der Bevölkerung.
Schulen, Straßen und Häuser unter Asche begraben
In zahlreichen Orten bedeckt feiner Vulkanstaub Straßen, Dächer und Fahrzeuge. Bilder aus der Region zeigen Häuser und Landschaften unter einer grauen Ascheschicht. Viele Bewohner tragen Schutzmasken, um sich vor gesundheitsschädlichen Partikeln in der Luft zu schützen. Die Asche kann insbesondere für ältere Menschen, Kinder und Personen mit Atemwegserkrankungen gefährlich werden. Zudem drohen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr sowie Schäden an Infrastruktur und Landwirtschaft. Mehrere Gemeinden bereiten sich inzwischen auf mögliche weitere Evakuierungen vor, falls sich die Aktivität des Vulkans weiter verstärkt.
Mayon zählt zu den gefährlichsten Vulkanen Asiens
Der 2.462 Meter hohe Mayon gilt als aktivster Vulkan der Philippinen und gehört zu den bekanntesten Feuerbergen der Welt. Wegen seiner nahezu perfekten Kegelform ist er zwar eine Touristenattraktion, gleichzeitig aber auch gefürchtet. Der Vulkan liegt rund 330 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila in einer geologisch hochaktiven Region des Pazifischen Feuerrings. Immer wieder kommt es dort zu heftigen Ausbrüchen. Historisch forderten Eruptionen des Mayon bereits tausende Todesopfer. Besonders gefährlich sind schnell fließende Lava, Ascheregen sowie sogenannte pyroklastische Ströme – extrem heiße Gas- und Gerölllawinen, die ganze Ortschaften zerstören können.
Zahlreiche Erdbeben deuten auf weitere Aktivität hin
Vulkanologen beobachten den Mayon seit Monaten mit Sorge. Bereits seit Jahresbeginn registrieren Messstationen eine deutlich erhöhte Aktivität des Vulkans. Allein seit dem jüngsten Ausbruch wurden nach offiziellen Angaben bereits 45 vulkanische Erdbeben sowie 32 weitere Erschütterungen gemessen. Experten sehen darin ein mögliches Zeichen dafür, dass sich weiterhin Magma unter dem Vulkan bewegt.
Ob sich die Lage weiter zuspitzt oder der Ausbruch wieder abschwächt, ist derzeit noch unklar. Die Behörden bleiben in höchster Alarmbereitschaft.


