Eltern schäumen wegen Absage von Martinszügen

Leverkusen/Hamm. In Leverkusen herrscht Enttäuschung und Wut: Zahlreiche Martinsumzüge wurden kurzfristig abgesagt – zu groß sei der organisatorische Aufwand, zu unklar die Sicherheitsauflagen. Was einst als leuchtendes Symbol für Gemeinschaft und Nächstenliebe galt, droht in diesem Jahr vielerorts auszufallen. Eltern, Vereine und Schulen schlagen Alarm.

„Die Stimmung ist aufgeladen. In vielen Vierteln, wo früher Laternen leuchteten und Kinder sangen, bleibt es in diesem Jahr dunkel“, sagt Felix Piepenbrock, Sprecher des Schulvereins der GGS Im Kirchfeld. Gemeinsam mit anderen Eltern wandte er sich mit einem offenen Brief an den neuen Oberbürgermeister Stefan Hebbel. Der reagierte zwar schnell – für viele jedoch zu spät.

Die Stadt betont, niemandem sei ein Umzug untersagt worden. Doch zahlreiche Organisatoren fühlten sich von komplizierten Vorgaben und unklaren Zuständigkeiten überfordert. „Wer ein Fest mit hunderten Kindern plant, braucht Planungssicherheit, nicht Papierkram“, kritisiert Piepenbrock.

OB Hebbel verspricht nun Besserung: Man wolle frühzeitig Gespräche mit Veranstaltern führen und „bestmögliche Voraussetzungen“ für 2026 schaffen. Doch das hilft den Kindern, deren Laternen in diesem Jahr im Keller bleiben, kaum.

Die Martinszüge, tief verwurzelt im rheinischen Brauchtum, erinnern an die Legende des heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte – ein Symbol für Nächstenliebe und Solidarität. Für viele Eltern steht daher fest: Dieses Fest ist mehr als nur ein Kinderumzug.

„Leverkusen braucht kein weniger Sankt Martin, sondern mehr Unterstützung für das Ehrenamt“, fordert Piepenbrock. Der Appell an die Stadt ist deutlich: Die Planungen für 2026 müssen jetzt beginnen – damit das Licht der Laternen nicht endgültig erlischt.

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