Tote und Überschwemmungen in Kalifornien

Heftige Unwetter haben den Süden des US-Bundesstaats Kalifornien schwer getroffen und eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Infolge starker Regenfälle kam es zu Überschwemmungen, Schlammlawinen und großflächigen Stromausfällen. Mindestens zwei Menschen kamen nach Medienberichten ums Leben – durch umstürzende Bäume oder Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem Wintersturm.

Besonders betroffen sind dicht besiedelte Regionen rund um Los Angeles und San Diego. Bilder aus den betroffenen Gebieten zeigen überflutete Straßen, von Wassermassen mitgerissene Fahrzeuge und Erdrutsche, die ganze Straßenzüge blockierten. Nach Angaben der Plattform poweroutage.us waren zeitweise mehr als 125.000 Haushalte ohne Strom.

In mehreren Bezirken ordneten die Behörden Evakuierungen an. Brisant ist die Lage vor allem in Gebieten, die Anfang des Jahres von verheerenden Waldbränden heimgesucht worden waren. Dort ist der Boden durch die Feuer stark geschädigt und kann Regenwasser kaum aufnehmen – eine gefährliche Voraussetzung für Sturzfluten und Schlammlawinen.

Ausgelöst wurde das Unwetter durch einen sogenannten „atmosphärischen Fluss“ – ein langgestrecktes Band extrem feuchter Luft, das große Wassermengen nach Kalifornien transportiert. Solche Wetterlagen bringen in kurzer Zeit enorme Niederschläge und gelten als zunehmendes Risiko für den Bundesstaat.

Angesichts der dramatischen Lage rief Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom für mehrere Regionen im Süden des Bundesstaats den Notstand aus, darunter auch für die Metropolen Los Angeles und San Diego. Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, erklärte zusätzlich den lokalen Notstand, um zusätzliche Ressourcen für Rettungskräfte freizugeben. Diese seien unter anderem für Wasserrettungen, die Beseitigung umgestürzter Bäume und die Organisation sicherer Evakuierungen im Einsatz.

Der US-Wetterdienst warnt vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. Auch in den kommenden Tagen werden starker Regen, schwere Sturmböen und Schnee in den Bergen erwartet. Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde sind möglich. Besonders groß ist die Gefahr in ausgebrannten Gebieten, wo jederzeit neue Erdrutsche und Schlammlawinen drohen.

Die aktuellen Unwetter treffen Kalifornien zu einem sensiblen Zeitpunkt. Erst zu Jahresbeginn hatten massive Waldbrände in und um Los Angeles mehr als 16.000 Gebäude zerstört. Wochenlange Löscheinsätze waren nötig, mindestens 31 Menschen verloren dabei ihr Leben. Nun zeigen die Überschwemmungen erneut, wie verwundbar der Bundesstaat gegenüber extremen Wetterereignissen geworden ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert