Ein schweres Unwetter hat am Montagnachmittag die norditalienische Region Franciacorta in der Provinz Brescia heimgesucht und massive Schäden hinterlassen. Besonders betroffen waren die Gemeinde Erbusco sowie zahlreiche umliegende Orte. Innerhalb weniger Minuten verwandelten heftige Regenfälle, Sturmböen und riesige Hagelkörner Straßen und Felder in ein Chaos aus Eis, Wasser und Trümmern.
Augenzeugen beschrieben das Geräusch des Hagels wie ein ununterbrochenes Trommelfeuer auf Autos, Hausdächer und Fensterscheiben. Teilweise erreichten die Hagelkörner einen Durchmesser von rund fünf Zentimetern – etwa so groß wie Golfbälle. Zahlreiche Fahrzeuge wurden beschädigt, Fenster zerbarsten und Dächer erlitten erhebliche Schäden.
Feuerwehr im Dauereinsatz
Nach Angaben italienischer Medien begann das Unwetter gegen 16:45 Uhr und breitete sich rasch über weite Teile der Region aus. Bei der Feuerwehr gingen innerhalb kurzer Zeit dutzende Notrufe ein. Die Einsatzkräfte mussten vor allem wegen überfluteter Straßen, umgestürzter Bäume und beschädigter Gebäude ausrücken. Auch die Stadt Brescia wurde von der Gewitterfront erfasst. In mehreren Stadtteilen lagen die Straßen nach dem Sturm vollständig unter einer dicken Hagelschicht. Bilder aus der Region zeigen weiße Fahrbahnen, blockierte Straßen und beschädigte Fahrzeuge.
Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand. Dennoch sprechen Behörden von erheblichen Sachschäden in mehreren Gemeinden.
Winzer trifft das Unwetter zur denkbar schlechtesten Zeit
Besonders dramatisch ist die Lage für die Winzer der berühmten Wein- und Sektregion Franciacorta. Die Gegend gilt international als eines der wichtigsten Anbaugebiete für italienischen Schaumwein. Vor allem die Weinberge rund um den Monte Orfano wurden durch den Hagel schwer getroffen. Für viele Betriebe könnte das Unwetter gravierende wirtschaftliche Folgen haben. Die Reben waren in diesem Jahr bereits durch Spätfrost, anhaltenden Regen, Pflanzenkrankheiten und frühe Hitzeperioden geschwächt worden. Der massive Hagelschlag zerstörte nun innerhalb weniger Minuten zahlreiche Pflanzen und junge Triebe.
Experten befürchten, dass die Ernte in einigen Bereichen deutlich geringer ausfallen könnte. Erste Schadensanalysen laufen bereits.
Sturm zog weiter Richtung Gardasee und Verona
Nach dem Durchzug über die Franciacorta bewegte sich die Unwetterfront weiter in Richtung Lake Garda und Verona. Auch dort wurden Schäden gemeldet, allerdings fiel der Hagel teilweise kleiner aus. Die Bevölkerung war zuvor durch amtliche Wetterwarnungen auf mögliche Gewitter, Sturmböen und Hagel vorbereitet worden. Dennoch traf die Intensität des Sturms viele Menschen überraschend. Bereits in den vergangenen Wochen war Italien mehrfach von extremen Wetterlagen betroffen. Meteorologen sehen darin ein weiteres Zeichen für die zunehmende Häufung heftiger Unwetterereignisse im Mittelmeerraum.


