Saudis und Emirate greifen den Iran an

Der ohnehin fragile Waffenstillstand im Iran-Krieg gerät zunehmend ins Wanken. Neue militärische Angriffe, eskalierende Spannungen in der Straße von Hormus und stockende Verhandlungen über ein Kriegsende verschärfen die Lage im Nahen Osten weiter. Besonders brisant: Erstmals sollen sich auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate direkt an Angriffen auf iranisches Gebiet beteiligt haben. Die Entwicklungen nähren international die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts mit massiven Folgen für die globale Sicherheit und die Weltwirtschaft.

Bericht: Saudi-Arabien und Emirate greifen Iran direkt an

Nach Informationen der New York Times sollen Saudi-Arabien und die Vereinigte Arabische Emirate erstmals direkte Militärschläge gegen Ziele im Iran durchgeführt haben. Die Zeitung beruft sich auf aktuelle und ehemalige hochrangige US-Regierungsbeamte. Demnach seien die Angriffe als Reaktion auf iranische Attacken gegen saudisches und emiratisches Staatsgebiet erfolgt. Genauere Angaben zu Zeitpunkt, Umfang oder den getroffenen Zielen wurden allerdings nicht veröffentlicht. Offiziell bestätigt wurden die Angriffe bislang weder von Saudi-Arabien noch von den Emiraten.

Iran hatte zuvor Ziele in Golfstaaten attackiert

Der Iran hatte während des jüngsten Konflikts mit den USA und Israel mehrfach Ziele in Saudi-Arabien und den Emiraten angegriffen. Dabei sollen erhebliche Schäden entstanden sein. Die Lage ist besonders heikel, weil das US-Militär in beiden Golfstaaten wichtige Militärstützpunkte unterhält. Beobachter warnen deshalb vor einer direkten Konfrontation zwischen Iran und weiteren regionalen Akteuren.

Straße von Hormus wird zum neuen Krisenherd

Parallel dazu verschärft sich die Lage in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Dort wurde laut Behörden ein Schiff vor der Küste der Emirate beschlagnahmt und in Richtung Iran gebracht. Ein weiteres Schiff, ein unter indischer Flagge fahrender Frachter, sank nach einem Angriff nahe der Küste Omans. Nach Angaben indischer Behörden war an Bord ein Feuer ausgebrochen. Das Schiff befand sich auf dem Weg von Somalia nach Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unklar. Die Vorfälle erhöhen jedoch die Sorge vor einer weiteren Destabilisierung der wichtigsten Öltransportroute der Welt.

Iran pocht auf Kontrolle über die Meerenge

Die Zwischenfälle ereigneten sich kurz nach neuen Drohungen aus Teheran. Ein hochrangiger iranischer Vertreter hatte erklärt, sein Land kontrolliere die Straße von Hormus. Ein weiterer Funktionär betonte, Iran habe das Recht, Öltanker mit Verbindung zu den USA festzusetzen. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten für den weltweiten Öltransport. Eine dauerhafte Eskalation könnte massive Auswirkungen auf Energiepreise, Lieferketten und die Weltwirtschaft haben.

China fordert Waffenruhe – schweigt aber zu Trump

Auch China hat sich erneut in die Debatte eingeschaltet und eine dauerhafte Waffenruhe gefordert. Das chinesische Außenministerium erklärte, die Schifffahrtswege müssten schnellstmöglich wieder geöffnet werden. Ziel sei eine umfassende Stabilisierung der gesamten Golfregion. Zugleich rief Peking dazu auf, den Krieg nicht weiter eskalieren zu lassen. Eine politische Lösung liege im Interesse aller Beteiligten sowie der internationalen Gemeinschaft.

Bemerkenswert ist jedoch, dass China nicht direkt auf Aussagen von Donald Trump reagierte. Trump hatte zuvor behauptet, Chinas Staatschef Xi Jinping habe Hilfe bei möglichen Verhandlungen angeboten.

Welt blickt mit Sorge auf den Nahen Osten

Die neuen Angriffe und Zwischenfälle zeigen, wie instabil die Lage trotz des Waffenstillstands weiterhin bleibt. Experten warnen inzwischen vor einer möglichen Ausweitung des Konflikts auf weitere Staaten der Region. Vor allem die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus werden international mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt. Sollte der Schiffsverkehr dort dauerhaft gestört werden, könnten die wirtschaftlichen Folgen weltweit spürbar werden.

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