Polizei warnt vor „Choking-Game“

Polizei und Fachstellen schlagen Alarm: Das sogenannte „Choking Game“ breitet sich unter Kindern und Jugendlichen aus – mit potenziell tödlichen Folgen. In sozialen Netzwerken kursieren Videos, die zeigen, wie sich junge Menschen gegenseitig oder selbst bis zur Bewusstlosigkeit würgen. Was als Mutprobe, Neugier oder vermeintlicher Trend beginnt, endet nicht selten mit schweren Verletzungen – und in einigen Fällen mit dem Tod.

Die Aufnahmen sind verstörend. Jugendliche liegen reglos am Boden, der Körper zuckt, die Augen halb geöffnet. Freunde filmen mit dem Smartphone, teilen die Clips online, versehen sie mit Hashtags wie #chokinggame oder #passoutgame. Die Inszenierung verharmlost eine Praxis, die medizinisch eindeutig ist: Wer die Luftzufuhr oder die Blutzufuhr zum Gehirn unterbricht, spielt mit seinem Leben.

Beim „Choking Game“ – auch als Würgespiel bekannt – wird die Sauerstoffversorgung des Gehirns absichtlich reduziert. Das geschieht durch Würgen mit den Händen oder Hilfsmitteln, Druck auf den Brustkorb oder extremes, schnelles Atmen. Ziel ist ein kurzer Rauschzustand nach der Ohnmacht. Doch schon nach wenigen Sekunden ohne Sauerstoff beginnen Gehirnzellen unwiederbringlich abzusterben.

Die möglichen Folgen sind dramatisch: bleibende Hirnschäden, epileptische Anfälle, Schlaganfälle, schwere Behinderungen. Hinzu kommt das Risiko von Stürzen während der Bewusstlosigkeit – mit Knochenbrüchen, Schädel- und Hirnverletzungen. Besonders gefährlich ist der Punkt, an dem das Bewusstsein verloren geht: Wird er überschritten, kann Hilfe zu spät kommen.

Würgespiele sind kein neues Phänomen. Sie werden seit Jahren beobachtet, vor allem bei Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren – in Schulen ebenso wie in der Freizeit. Informationen verbreiten sich über Freundeskreise, Messenger-Dienste und Plattformen wie TikTok oder Instagram. In Gruppen entsteht zusätzlicher Druck: Nicht alle Beteiligten machen freiwillig mit. Zudem kann das kurzzeitige Rauschgefühl zur Gewohnheit werden, was das Risiko weiter erhöht.

Viele der Betroffenen wissen nicht, wie gefährlich ihr Verhalten ist. Genau hier setzen Polizei, Ärztinnen und Pädagogen an. Ihr Appell richtet sich an Eltern, Lehrkräfte und Jugendliche gleichermaßen: hinschauen, darüber sprechen, eingreifen. Frühzeitige Aufklärung kann Leben retten. Bei ersten Anzeichen sollten Kinder und Jugendliche direkt angesprochen werden. Vorfälle gehören gemeldet – auch, weil meist nicht nur Einzelne betroffen sind.

Die Botschaft ist klar: Kein Trend, kein Video, kein Mutbeweis rechtfertigt dieses Risiko. Was im Netz als „Challenge“ vermarktet wird, ist in Wahrheit ein Spiel mit dem Tod.

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