Erdbeben-Serie erschüttert Nordspanien

Eine ungewöhnlich dichte Serie von Erdbeben hat in der Nacht zum Samstag die nordspanische Region Galicien erschüttert. Innerhalb von nur 15 Minuten registrierten Messstationen insgesamt 16 Erschütterungen in der Provinz Lugo – ein Ereignis, das selbst für die seismisch aktive Region bemerkenswert ist.

Stärkstes Beben erreicht Magnitude 3,9

Das heftigste Beben ereignete sich gegen 3:12 Uhr und erreichte eine Magnitude von 3,9. Sein Epizentrum lag in Triacastela, einem bekannten Brennpunkt regionaler Erdbebenaktivität. Bereits kurz nach 3:00 Uhr hatte die Serie mit einem ersten spürbaren Beben begonnen.

Auch in umliegenden Gemeinden wie Becerreá und Baralla wurden mehrere Erschütterungen registriert.

„Zitterndes Dreieck“ erneut im Fokus

Die betroffenen Orte bilden das sogenannte seismische Dreieck Sarria–Becerreá–Triacastela – eine Zone, die seit Jahrzehnten für ihre erhöhte Erdbebenaktivität bekannt ist. Ursache ist die sogenannte Becerreá-Verwerfung, eine rund 40 Kilometer lange Störungszone tief unter der Erdoberfläche.

Tektonische Spannungen entlang dieser Verwerfung führen regelmäßig zu kleineren Verschiebungen, die sich in Form von Erdbeben entladen. Dabei werden oft auch benachbarte Bruchlinien aktiviert, was die Häufung der Beben erklärt. Trotz der Vielzahl an Erschütterungen blieb die Lage glimpflich: Weder Sachschäden noch Notrufe wurden gemeldet. Dennoch waren die Beben in weiten Teilen der Region spürbar und rissen viele Menschen aus dem Schlaf.

Die aktuelle Serie weckt Erinnerungen an das sogenannte Guilfrei-Erdbeben 1997, das damals eine Stärke von 5,1 erreichte. Innerhalb weniger Tage wurde die Region damals von zahlreichen Nachbeben erschüttert – mit spürbaren Auswirkungen über Galicien hinaus.

Region mit erhöhter Aktivität

Statistisch gesehen konzentriert sich ein Großteil der seismischen Aktivität Galiciens in den Bergen von Lugo. Mehr als die Hälfte aller jährlich registrierten Erdbeben der Region treten hier auf. Trotz der regelmäßigen Erschütterungen gilt das Risiko schwerer Schäden als vergleichsweise gering. Die geologischen Bedingungen sowie die begrenzte Ausdehnung der Störungszonen verhindern in der Regel stärkere Beben.

Das Nationale Seismische Netzwerk überwacht die Region kontinuierlich. Die aktuelle Serie wird wissenschaftlich ausgewertet, um weitere Erkenntnisse über die Dynamik der Verwerfungssysteme zu gewinnen.

Ungewöhnliche Häufung sorgt für Aufmerksamkeit

Auch wenn die einzelnen Beben moderat ausfielen, sorgt vor allem die außergewöhnliche Häufung innerhalb kürzester Zeit für Aufmerksamkeit. Solche Serien sind selten – und ein deutliches Zeichen für die anhaltende geologische Aktivität unter der Oberfläche.

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