Ein spürbares Erdbeben hat in den frühen Morgenstunden weite Teile der Alpenregion erschüttert. Das Beben ereignete sich nahe Liechtenstein und erreichte nach endgültiger Auswertung eine Magnitude von 3,8. Besonders im Osten der Schweiz wurden die Erschütterungen deutlich wahrgenommen.
Epizentrum im Grenzgebiet – starke Wahrnehmung entlang des Alpenrheins
Das Epizentrum lag im Kanton St. Gallen, nahe der Grenze zu Österreich und Liechtenstein. Vor allem entlang des Alpenrheins wurden viele Menschen durch das Beben geweckt. Die Erschütterungen waren bis zum Bodensee spürbar, vereinzelt möglicherweise auch auf deutscher Seite.
Sehr geringe Tiefe verstärkt Wirkung
Besonders auffällig war die extrem geringe Herdtiefe: Das Beben entstand nur etwa 2 Kilometer unter der Erdoberfläche, teilweise sogar noch flacher laut ersten Messungen. Solch oberflächennahe Erdbeben sind global selten, kommen jedoch in den Alpen vergleichsweise häufig vor.
Diese geringe Tiefe führt dazu, dass die Erschütterungen lokal deutlich stärker wahrgenommen werden – selbst bei moderater Magnitude.
Epizentrum im unbewohnten Gebiet
Das Zentrum des Bebens lag im Gipfelbereich des Gamsberg – einer dünn besiedelten Region. Dadurch blieb die Lage vergleichsweise glimpflich: Größere Schäden sind nicht zu erwarten, auch wenn lokal leichte Gebäudeschäden theoretisch möglich sind.
Begrenzte Ausbreitung der Erschütterungen
Im Gegensatz zu tiefer liegenden Beben war das betroffene Gebiet relativ klein. Während Erdbeben dieser Stärke in Mitteleuropa oft über Distanzen von bis zu 100 Kilometern spürbar sind, beschränkte sich die Wahrnehmung diesmal auf etwa 50 Kilometer Umkreis.
Bereits zweites Beben in kurzer Zeit
Bemerkenswert: Bereits am 10. April hatte sich in derselben Region ein schwächeres Erdbeben mit Magnitude 2,9 ereignet. Die erneute Aktivität deutet auf eine aktuell erhöhte seismische Dynamik in diesem Bereich hin.
Hunderttausende Menschen im Wahrnehmungsgebiet
Schätzungen zufolge konnten bis zu 600.000 Menschen die Erschütterungen spüren. Die maximale Intensität wurde mit 6,1 berechnet – ein Wert, bei dem vereinzelt kleinere Schäden auftreten können.
Teil der alpinen Erdbebenaktivität
Die Alpenregion ist geologisch komplex: Neben tektonischen Spannungen spielen auch Prozesse im Gebirge selbst eine Rolle bei der Entstehung von Erdbeben. Diese Kombination führt regelmäßig zu kleineren, aber deutlich spürbaren Erschütterungen.
Keine größeren Schäden – Lage unter Kontrolle
Nach aktuellem Stand gibt es keine Berichte über größere Schäden oder Verletzte. Das Ereignis zeigt jedoch erneut, wie präsent seismische Aktivität auch in Mitteleuropa ist – oft unauffällig, aber jederzeit spürbar.


