Düsseldorf/München. Die Bundeswehr treibt ihre Aufrüstung mit einem milliardenschweren Großauftrag voran. Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat einen Vertrag über die Lieferung von 200 zusätzlichen Puma-Schützenpanzern unterzeichnet. Das Auftragsvolumen beträgt 4,2 Milliarden Euro, wie die Rüstungskonzerne Rheinmetall und KNDS Deutschland mitteilten. Produziert werden die Fahrzeuge von einem gemeinsamen Unternehmen beider Hersteller, die sich den Umsatz jeweils zur Hälfte teilen.
Die ersten neuen Puma-Panzer sollen ab Mitte 2028 an die Truppe ausgeliefert werden. Mit der Bestellung setzt die Bundeswehr einen bereits 2023 geschlossenen Rahmenvertrag fort. Damals waren zunächst 50 Fahrzeuge beauftragt worden. Die nun ausgelöste zweite Tranche fällt deutlich größer aus und umfasst neben den Schützenpanzern auch zusätzliche Schutzmodule sowie spezielle Lager- und Transportbehälter.
Der Puma ist das zentrale Waffensystem der Panzergrenadiere und gilt als Rückgrat der mechanisierten Infanterie der Bundeswehr. Das Fahrzeug ist für eine Besatzung von neun Soldaten ausgelegt, darunter ein sechsköpfiger Schützentrupp. Die Hersteller bezeichnen den Puma als eines der modernsten und leistungsfähigsten Systeme seiner Klasse weltweit. Hervorgehoben werden vor allem der modulare Schutz, die hohe Durchsetzungsfähigkeit im Gefecht sowie die Eignung für vernetzte, digital gesteuerte Operationen.
Parallel zur Neubeschaffung läuft bereits eine umfassende Modernisierung der vorhandenen Puma-Flotte. In den Jahren 2023 und 2024 hatte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die Nachrüstung von insgesamt 297 Fahrzeugen aus dem Bestand beauftragt. Ziel ist es, die Panzer auf den weiterentwickelten Konstruktionsstand S1 zu bringen. Die Arbeiten sollen bis 2029 abgeschlossen sein.
Im Rahmen dieser Modernisierung werden unter anderem hochauflösende Kamera- und Sensorsysteme für Tag- und Nachtsicht integriert. Zudem erhalten die Fahrzeuge das Mehrrollenfähige Leichte Lenkflugkörpersystem MELLS sowie eine neue digitale Funk- und Kommunikationsausstattung. Damit soll die Einsatzfähigkeit der Panzergrenadiere deutlich erhöht und die Interoperabilität mit Nato-Partnern verbessert werden.
Der neue Großauftrag unterstreicht den anhaltenden Kurswechsel in der deutschen Verteidigungspolitik. Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa setzt die Bundeswehr verstärkt auf moderne Großgerätbeschaffung und die schnelle Schließung bestehender Fähigkeitslücken. Der Puma spielt dabei eine Schlüsselrolle.


