Bombenzyklon rast auf New York zu

New York kommt nicht zur Ruhe. Kaum hat sich die Millionenmetropole vom massiven Wintereinbruch der vergangenen Tage erholt, droht bereits die nächste Wettereskalation: Ein heftiger Wintersturm, ein sogenannter Bombenzyklon, nimmt Kurs auf die US-Ostküste. Meteorologen warnen vor neuen Schneefällen, eisigen Temperaturen und stürmischen Winden – mitten in einer Phase extremer Kälte.

Der Sturm soll nach aktuellen Prognosen am Samstagabend auf New York treffen und bis in den Sonntag hinein anhalten. Erwartet werden bis zu 7,5 Zentimeter Neuschnee. Das mag auf den ersten Blick überschaubar wirken, doch die Stadt kämpft noch immer mit den Folgen des vorherigen Wintersturms, der am Sonntag und Montag mehr als 30 Zentimeter Schnee brachte und weite Teile des öffentlichen Lebens lahmlegte.

Besonders bedrohlich sind die Temperaturen. In den kommenden Tagen sollen die Werte nachts auf bis zu minus 17 Grad Celsius fallen, tagsüber werden kaum mehr als minus 8 Grad erwartet. „Unabhängig von der genauen Zugbahn wird es am Sonntag sehr stürmisch, vor allem in der Stadt sowie in den östlichen und südlichen Regionen“, sagte AccuWeather-Meteorologe Matt Benz der „New York Post“. Trotz seines dramatischen Namens dürfte der Bombenzyklon zwar schwächer ausfallen als der vorherige Sturm – Entwarnung geben die Experten dennoch nicht.

Der jüngste arktische Sturm mit dem Namen „Fern“ hatte New York und große Teile der USA bereits an den Rand des Stillstands gebracht. Tausende Flüge wurden gestrichen, Zehntausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani bestätigte, dass allein in New York City mindestens zehn Menschen ums Leben kamen. Viele Opfer wurden leblos im Freien aufgefunden. Als Reaktion blieben alle öffentlichen Schulen am Montag geschlossen.

Die Kälte fordert landesweit immer mehr Todesopfer. Nach Angaben aus den betroffenen Bundesstaaten sind inzwischen mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Besonders tragisch: In Texas brachen drei Brüder im Alter von sechs, acht und neun Jahren auf einem zugefrorenen Teich ein und ertranken. Ein Unglück, das die Gefährlichkeit der extremen Wetterlage brutal vor Augen führt.

Ein Bombenzyklon ist ein extrem schnell erstarkendes Tiefdruckgebiet, bei dem der Luftdruck innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt. Diese rasante Entwicklung kann Orkanböen, heftigen Schnee- oder Regenfall und abrupt wechselnde Wetterbedingungen auslösen. Solche Stürme entstehen häufig über dem Atlantik und gelten als besonders schwer berechenbar.

Der Nationale Wetterdienst warnt zudem vor einer weiteren Verschärfung der Lage. Bereits in der Nacht zum Donnerstag sollen die Temperaturen erneut deutlich sinken. Für Freitag und Samstag rechnen die Meteorologen mit einer zusätzlichen Kältewelle im Osten der USA – mit möglichen Tiefstwerten bis hinunter nach Florida. In einigen Regionen könnten die niedrigsten Temperaturen seit Jahren gemessen werden, möglicherweise sogar die längste Kälteperiode seit Jahrzehnten.

Der Gouverneur von Kentucky, Andy Beshear, warnte eindringlich vor lebensgefährlichen Bedingungen: Schon zehn Minuten im Freien könnten ausreichen, um Erfrierungen oder eine Unterkühlung zu erleiden.

Währenddessen kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen die Folgen des Winterwetters. Allein am Dienstagabend arbeiteten Teams daran, die Stromversorgung für rund 410.000 Haushalte und Betriebe wiederherzustellen. Besonders betroffen waren Tennessee und Mississippi, wo der Wetterdienst weitere Temperaturstürze erwartet. Auch in New York bleibt die Lage angespannt – und mit dem herannahenden Bombenzyklon wächst die Sorge vor neuen Opfern und massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

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