Schwere Unwetter haben am Freitagabend in mehreren Regionen Deutschlands für gefährliche Situationen gesorgt. Besonders dramatisch entwickelte sich die Lage im baden-württembergischen Rastatt, wo während eines Sportfests ein Blitz auf einem Zeltplatz einschlug. Neun Menschen wurden dabei verletzt, eine Person erlitt schwere Verletzungen. Lebensgefahr besteht nach Angaben der Polizei jedoch nicht. Das Unglück ereignete sich, als über das Veranstaltungsgelände ein heftiges Gewitter mit Starkregen und Sturmböen hinwegzog. Teilnehmer versuchten gegen 23 Uhr, ihre Zelte vor dem Sturm zu sichern. Nach ersten Erkenntnissen schlug der Blitz dabei direkt im Bereich des Zeltlagers ein und traf mehrere Menschen.
Großeinsatz von Rettungskräften nach Blitzeinschlag
Unmittelbar nach dem Einschlag rückten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit einem Großaufgebot zum Sportgelände aus. Die Verletzten wurden zunächst medizinisch versorgt, anschließend mussten sechs Personen zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Unter den Betroffenen befindet sich auch ein 13-jähriger Jugendlicher. Das Sportfest war als großes Turnier mit rund 120 Mannschaften geplant. Zahlreiche Teilnehmer übernachteten auf dem Gelände in Zelten, wodurch sich während des Unwetters viele Menschen im unmittelbaren Gefahrenbereich aufhielten.
Unwetterlage verschärft sich in mehreren Bundesländern
Der Blitzeinschlag in Rastatt war nur einer von zahlreichen wetterbedingten Zwischenfällen. Über weite Teile Deutschlands zogen am Abend schwere Gewitter mit Starkregen, Hagel und teils orkanartigen Sturmböen hinweg. Meteorologen warnten vor einer angespannten Wetterlage, nachdem sich zuvor durch die Hitzewelle enorme Energiemengen in der Atmosphäre aufgebaut hatten. Besonders betroffen waren neben Baden-Württemberg auch Rheinland-Pfalz und weitere Regionen im Südwesten Deutschlands. Einsatzkräfte mussten vielerorts wegen überfluteter Straßen, umgestürzter Bäume und weiterer Sturmschäden ausrücken.
Hochwasser sorgt für Ausnahmezustand in Rheinland-Pfalz
Im Rhein-Lahn-Kreis verschärfte sich die Lage zusätzlich durch plötzlich ansteigende Wasserstände. Innerhalb weniger Stunden schwollen mehrere Bäche massiv an. Besonders der Dörsbach erreichte innerhalb kurzer Zeit einen Pegelanstieg von wenigen Zentimetern auf nahezu zwei Meter.
Nach Einschätzung der Behörden handelte es sich um ein Hochwasserereignis, das statistisch lediglich etwa alle 50 Jahre auftritt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnte zeitweise sogar vor einem Extremhochwasser. Zur Koordinierung der zahlreichen Einsätze wurde kurzfristig eine Einsatzstelle des Katastrophenschutzes eingerichtet.
Feuerwehr kämpft gegen Überflutungen und Sturmschäden
Vor allem rund um Katzenelnbogen mussten die Feuerwehren dutzendfach ausrücken. Überflutete Straßen, umgestürzte Bäume und vollgelaufene Bereiche beschäftigten die Einsatzkräfte bis tief in die Nacht. Vorsorglich wurde zudem ein Zeltlager geräumt. Ein geplanter Mittelaltermarkt musste wegen der Hochwassergefahr kurzfristig abgesagt werden. Insgesamt registrierten die Behörden mehr als 60 wetterbedingte Einsätze in der Region.
Wetterlage bleibt angespannt
Nach Einschätzung der Meteorologen bleibt die Unwettergefahr auch in den kommenden Stunden bestehen. Besonders dort, wo weiterhin heiße und feuchte Luftmassen aufeinandertreffen, können sich erneut kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen entwickeln.
Experten raten dazu, amtliche Wetterwarnungen aufmerksam zu verfolgen und sich bei herannahenden Gewittern möglichst in festen Gebäuden in Sicherheit zu bringen. Insbesondere auf Campingplätzen, bei Festivals oder anderen Veranstaltungen im Freien besteht bei Blitzschlag ein erhöhtes Risiko.


