Nach der überraschenden Stilllegung der Konzerntochter Lufthansa CityLine baut die Lufthansa ihr Streckennetz grundlegend um. Bis Oktober sollen rund 20.000 Kurzstreckenflüge aus dem Programm gestrichen werden – ein drastischer Einschnitt, der den gesamten Konzern spürbar verändert.
Fokus auf rentable Strecken
Besonders betroffen sind Verbindungen an den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München, wo zahlreiche unrentable Strecken wegfallen. Gleichzeitig will die Airline ihr Angebot an anderen europäischen Standorten ausbauen, darunter Zürich, Wien und Brüssel. Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit zu steigern und Kapazitäten effizienter einzusetzen.
Weniger Flüge, weniger Treibstoff
Mit dem Abbau des Flugangebots reduziert der Konzern auch seinen Kerosinverbrauch erheblich: Rund 40.000 Tonnen Treibstoff sollen eingespart werden. Insgesamt sinkt das Sitzplatzangebot im Sommerflugplan um etwa ein Prozent – ein vergleichsweise moderater Rückgang, der dennoch strukturelle Veränderungen widerspiegelt.
Neue Flugpläne in Vorbereitung
Die detaillierte Streckenplanung für die kommenden Monate will das Unternehmen in Kürze vorlegen. Nach aktuellem Stand sieht sich die Lufthansa bei der Treibstoffversorgung zumindest kurzfristig abgesichert. Auch für den Sommer rechnet der Konzern mit einer weitgehend stabilen Versorgungslage.
Kritik an abruptem Aus der Tochter
Die kurzfristige Entscheidung zur Schließung von Cityline – mit nur zwei Tagen Vorlauf – sorgt weiterhin für heftige Kritik. Gewerkschaften wie Unabhängige Flugbegleiter Organisation und Vereinigung Cockpit werfen dem Konzern vor, die Belegschaft vor vollendete Tatsachen gestellt zu haben. Ursprünglich war geplant, die defizitäre Airline schrittweise bis 2028 abzubauen.
Zukunft der Beschäftigten ungewiss
Für die rund 1.300 betroffenen Mitarbeiter sucht der Konzern nun nach Lösungen. Ein Teil soll innerhalb der Lufthansa-Gruppe weiterbeschäftigt werden, parallel laufen Verhandlungen über einen Sozialplan mit möglichen Abfindungen. Dennoch bleibt die Unsicherheit für viele Beschäftigte groß.


