Deutsche Autofahrer tanken in Nachbarländern

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise in Deutschland treiben immer mehr Autofahrer ins Ausland. Am vergangenen Wochenende kam es an Tankstellen nahe der Grenze zu Polen und Tschechien zu langen Warteschlangen. Viele deutsche Fahrer nahmen Wartezeiten von bis zu 45 Minuten in Kauf, um deutlich günstiger Benzin oder Diesel zu tanken.

Während Autofahrer in Deutschland derzeit rund zwei Euro pro Liter bezahlen müssen, lagen die Preise in den Grenzregionen der Nachbarländer teilweise unter 1,50 Euro. Der Preisunterschied sorgt für einen regelrechten Tanktourismus, insbesondere in ostdeutschen Grenzregionen.

Deutlich niedrigere Preise im Ausland

In vielen Ländern Ost- und Südosteuropas sind Kraftstoffe traditionell günstiger als in Deutschland. Zwar sind auch in Polen und Tschechien die Preise zuletzt gestiegen, doch geschah dies von einem deutlich niedrigeren Ausgangsniveau und in geringerem Ausmaß. Für Autofahrer lohnt sich daher oft schon eine kurze Fahrt über die Grenze, um beim Tanken spürbar Geld zu sparen. Besonders in grenznahen Regionen führte dies zuletzt zu einem starken Andrang an den Zapfsäulen.

Zoll verstärkt Grenzkontrollen

Der wachsende Tanktourismus hat inzwischen auch die Behörden auf den Plan gerufen. Der deutsche German Customs Service verstärkte nach eigenen Angaben die Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien. Dabei handelt es sich um stichprobenartige Überprüfungen von Reisenden, die Kraftstoff aus dem Ausland nach Deutschland mitbringen. Grundsätzlich ist die Einfuhr von Benzin oder Diesel für den Eigenbedarf innerhalb der Europäischen Union erlaubt.

Regeln für Kraftstoff in Kanistern

Neben dem im Fahrzeugtank befindlichen Kraftstoff dürfen Autofahrer laut Zoll auch zusätzliche Mengen transportieren. In der Regel werden bis zu 20 Liter in Reservekanistern toleriert, sofern der Treibstoff zum jeweiligen Fahrzeugmotor passt und ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt ist.

Politische Debatte über Spritpreise

Die hohen Kraftstoffpreise haben inzwischen auch eine politische Diskussion ausgelöst. Einige Stimmen fordern staatliche Eingriffe in den Markt, etwa durch eine neue Preisbremse für Benzin und Diesel. Wirtschaftsverbände und Experten stehen solchen Maßnahmen jedoch bislang skeptisch gegenüber. Das Federal Cartel Office kündigte an, die Entwicklung der Kraftstoffpreise genauer zu untersuchen.

Für viele Autofahrer bleibt der Blick über die Grenze daher vorerst die einfachste Möglichkeit, beim Tanken Geld zu sparen.

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