Zwei starke Erdbeben auf Zypern

Paphos. Zypern ist am Mittwoch von zwei starken Erdbeben erschüttert worden. Nach Angaben des zyprischen Erdbebenzentrums erreichte der erste Erdstoß am Vormittag eine Magnitude von 5,3, gefolgt von mehreren Nachbeben. Am Nachmittag folgte ein zweites schweres Beben – ebenfalls mit einer Stärke von über fünf.

Das Epizentrum lag rund 20 Kilometer nordöstlich der Küstenstadt Paphos, in der Region Agia Marina Kelokedara, in einer Tiefe von 15 Kilometern. Die Erschütterungen waren auf der gesamten Insel zu spüren – und sogar bis an die Küsten der Türkei, Israels und des Libanon.

Panik auf den Straßen – Schulen evakuiert

In Paphos und Umgebung rannten viele Menschen in Panik auf die Straßen. Arbeitnehmer verließen ihre Büros, Schüler wurden aus den Gebäuden geführt und auf Schulhöfen in Sicherheit gebracht. „Man konnte spüren, wie die Erde plötzlich nach oben drückte – als würde alles kurz angehoben“, berichtete eine Lehrerin im zyprischen Fernsehen.

Efthymis Lekkas, Chef der Earthquake Planning and Protection Organization (OASP), erklärte, das erste Beben habe eine starke vertikale Bewegung ausgelöst. „Die vertikale Komponente war so intensiv, dass man den Eindruck hatte, Gegenstände würden in die Luft geschleudert“, sagte Lekkas.

Keine Opfer, aber anhaltende Nachbeben

Ob die Erdstöße bereits das Hauptbeben waren oder erst Vorboten eines noch stärkeren Bebens, sei derzeit unklar, so die Seismologen. Die Nachbebenserie dauere an, und es könne bis zu 48 Stunden dauern, bis eine genaue Einschätzung möglich sei.

Bislang liegen keine Berichte über Verletzte oder größere Schäden vor. Die Behörden riefen die Bevölkerung dennoch zur Vorsicht auf und warnten vor möglichen weiteren Erdstößen in den kommenden Stunden.

Zypern bleibt seismisch gefährdet

Zypern liegt an einer der aktivsten tektonischen Bruchzonen des östlichen Mittelmeers. Immer wieder kommt es dort zu Erdbeben – meist zwischen der anatolischen und der afrikanischen Platte. Das bisher schwerste Beben der jüngeren Geschichte ereignete sich im Januar 2022 mit einer Stärke von 6,6.

Die jüngsten Erdstöße erinnern die Region erneut daran, wie verletzlich sie geologisch ist – und wie wichtig Vorsorge und schnelle Reaktion im Katastrophenfall bleiben.

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