Nach der dramatischen Zuspitzung der Sicherheitslage im Nahen Osten arbeitet der Reisekonzern TUI mit Hochdruck an der Rückholung seiner gestrandeten Urlauber. Vorstandschef Sebastian Ebel kündigte im Gespräch mit n-tv an, dass die betroffenen Kunden „binnen weniger Tage“ nach Deutschland zurückgebracht werden sollen.
Evakuierungsplan mit internationalen Partnern
Nach Angaben Ebels setzt TUI bei der Rückführung auf die Zusammenarbeit mit großen internationalen Fluggesellschaften. Geplant sei, Urlauber über Drehkreuze in der Golfregion auszufliegen – unter anderem mit Maschinen von Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways.
Die Kooperation mit den Golf-Airlines soll helfen, bestehende Lücken im Flugplan zu schließen und zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen. Hintergrund sind eingeschränkte Flugrouten, kurzfristige Luftraumsperrungen und operative Unsicherheiten in Teilen der Region.
Unklare Zahl der Betroffenen
Wie viele TUI-Kunden aktuell im Nahen Osten festsitzen, ließ der Konzernchef offen. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass es sich um mehrere Hundert bis Tausende Reisende handeln könnte – abhängig davon, welche Zielgebiete konkret betroffen sind.
TUI habe Krisenstäbe aktiviert und stehe in engem Austausch mit Behörden, Airlines und lokalen Partnern. Ziel sei es, „schnellstmöglich Planungssicherheit für die Kunden zu schaffen“, hieß es aus Konzernkreisen.
Hoher Druck auf Reiseveranstalter
Die Lage stellt Reiseveranstalter vor erhebliche logistische und finanzielle Herausforderungen. Neben der Organisation von Ersatzflügen müssen Unterbringung, Betreuung vor Ort und Umbuchungen koordiniert werden. Gleichzeitig wächst der Druck von Kundenseite, transparente Informationen und verbindliche Zeitpläne zu liefern.
Für TUI ist die Situation ein weiterer Belastungstest in einer Phase, in der die Reisebranche nach Pandemie und geopolitischen Krisen ohnehin unter hoher Volatilität steht. Die kommenden Tage dürften entscheidend sein, ob die Rückholaktion reibungslos gelingt – oder sich die Lage weiter verkompliziert.


