Ein nur wenige Minuten dauernder, extrem heftiger Sturm hat am Montagabend, 17. August 2026, im oberösterreichischen Eferding schwere Schäden verursacht. Nach Einschätzung von Wetterexperten handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Tornado. Besonders betroffen war ein Wohngebiet, in dem Dächer schwer beschädigt beziehungsweise vollständig abgedeckt wurden. Der Sturm entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit. Nach Berichten aus Eferding wurden Teile eines kompletten Hausdachs durch die Luft gerissen und in der umliegenden Nachbarschaft verteilt. Auch eine Stromleitung wurde beschädigt. Anwohner berichteten von einer außergewöhnlichen Wetterlage. Der eigentliche Spuk dauerte nach Angaben von Augenzeugen lediglich zwei bis drei Minuten – hinterließ jedoch eine deutliche Schneise der Verwüstung.
Drei Gewitterzellen über Eferding
Nach Angaben der GeoSphere Austria waren am Montag drei Gewitterzellen von Westen kommend über Oberösterreich gezogen. Über Eferding entluden sie sich besonders heftig. Die örtlich extremen Windgeschwindigkeiten führten zu dem für einen Tornado typischen, räumlich eng begrenzten Schadensbild. Auch in den umliegenden Gemeinden wurden Schäden gemeldet. In Scharten, Eferding und Hinzenbach wurden unter anderem Dächer beschädigt. In Herzogsdorf löste ein Blitzeinschlag zudem einen Brand in einer Kapelle aus.
Feuerwehr mehrere Stunden im Einsatz
Die Feuerwehr Eferding rückte unmittelbar nach dem Unwetter aus. Neben den Schäden an Gebäuden musste auch die Stromversorgung gesichert werden. Eine beschädigte Hausleitung wurde vom Netzbetreiber stromlos geschaltet und anschließend abmontiert. Der Feuerwehreinsatz in Eferding dauerte knapp drei Stunden. Parallel mussten weitere kleinere Sturmschäden im Stadtgebiet beseitigt werden.
Tornados treten in Österreich vergleichsweise selten auf. Wetterexperte Josef Haslhofer von der GeoSphere Austria erklärte gegenüber dem ORF, dass solche Ereignisse in Österreich höchstens alle paar Jahre vorkämen. Die Stärke eines Tornados könne dabei grundsätzlich ausreichen, um ganze Ortschaften schwer zu beschädigen. Beim Ereignis in Eferding blieb die Lage trotz der erheblichen Sachschäden vergleichsweise glimpflich. Berichte über Todesopfer oder schwer Verletzte liegen bislang nicht vor.


