Bad Sobernheim. Das Pharmaunternehmen Hevert-Arzneimittel hat einen Rückruf für ein weit verbreitetes Folsäure-Medikament gestartet. Betroffen ist ein Präparat, das vor allem von Schwangeren, frisch gebackenen Müttern sowie Frauen mit Kinderwunsch häufig eingenommen wird. Der Rückruf richtet sich ausschließlich an Apotheken – für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht nach Angaben des Herstellers kein Gesundheitsrisiko.
Wie das Fachportal Apotheke Adhoc berichtet, handelt es sich konkret um „Folsäure Hevert 5 mg Tabletten“ in der Packungsgröße N3. Eindeutig identifizierbar ist das Produkt über die Pharmazentralnummer (PZN) 18293103, die auf der Verpackung aufgedruckt ist. Vom Rückruf betroffen sind drei Chargen mit den Nummern 201395, 203204 und 204063.
Hevert hat Apotheken bundesweit aufgefordert, ihre Lagerbestände umgehend zu überprüfen. Noch vorhandene Packungen der genannten Chargen sollen bis spätestens 19. Februar an den pharmazeutischen Großhandel zurückgesendet werden. Die Apotheken erhalten dafür eine Gutschrift. Kundinnen und Kunden müssen hingegen nichts unternehmen: Bereits gekaufte Tabletten können weiter eingenommen werden, da laut Hersteller keine Gefährdung von den betroffenen Produkten ausgeht.
Warum Folsäure besonders sensibel ist
Folsäure, auch als Vitamin B9 bekannt, spielt eine zentrale Rolle bei der Zellteilung und beim Wachstum. Ein ausreichender Folsäurespiegel ist insbesondere bei Kinderwunsch, während der Schwangerschaft und in der Stillzeit entscheidend. Ein Mangel kann – vor allem in der Frühschwangerschaft – schwerwiegende Folgen haben, darunter Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen beim ungeborenen Kind.
Nach Angaben von Hevert wird das Präparat „Folsäure Hevert 5 mg Tabletten“ eingesetzt, um einen bestehenden Folsäuremangel auszugleichen oder einen erhöhten Bedarf schnell zu decken. Neben Schwangerschaft und Stillzeit wird es auch bei bestimmten Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion oder bei der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel empfohlen.
Rückruf ohne Risiko – aber mit Signalwirkung
Auch wenn der Rückruf keine akute Gesundheitsgefahr betrifft, zeigt der Fall, wie sensibel Arzneimittel im Bereich Schwangerschaft und Familienplanung sind. Für Apotheken bedeutet der Rückruf organisatorischen Aufwand, für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt vor allem die Verunsicherung. Hevert betont jedoch ausdrücklich, dass es sich um eine vorsorgliche Maßnahme handelt.
Weitere Details zu den Gründen des Rückrufs nannte das Unternehmen bislang nicht.


