Giftnotruf München warnt vor Lachgas-Konsum

München. Der Missbrauch von Lachgas als Partydroge nimmt in Bayern weiter zu – mit gefährlichen Folgen. Der Giftnotruf München meldet in diesem Jahr bereits sieben Vergiftungsfälle, doppelt so viele wie im Vorjahrzeitraum. „Die Entwicklung ist besorgniserregend“, sagt Katrin Romanek, Internistin am Klinikum Rechts der Isar. Erst Anfang November mussten in München drei junge Menschen nach dem Konsum von Lachgas bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Polizei fand auf der Party über 100 Gasflaschen, die offenbar an Gäste verteilt worden waren.

Lachgas, eigentlich ein medizinisches Betäubungsmittel, löst beim Einatmen Euphorie und Halluzinationen aus – kann aber auch zu Bewusstlosigkeit und irreversiblen Hirnschäden führen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt seit Langem vor der unterschätzten Gefahr.

Die Bundesregierung reagiert nun: Ein Gesetzesvorschlag sieht vor, den Verkauf und Besitz von Lachgas für Minderjährige zu verbieten und den Vertrieb über Automaten oder Onlinehandel zu stoppen. Das Gesetz könnte schon in wenigen Monaten in Kraft treten. Bayern unterstützt das Vorhaben und setzt parallel auf Prävention: Das Projekt „Mindzone“ informiert junge Menschen in der Partyszene über die Risiken.

Romanek hält das Verbot für längst überfällig: „Andere Länder wie Großbritannien oder die Niederlande haben Lachgas schon eingeschränkt – Deutschland hinkt hinterher.“ Auch die Ärztekammer Niedersachsen fordert strengere Kontrollen.

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