EASA warnt jetzt vor Flügen über Iran

Köln. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat EU-Fluggesellschaften in einem am Freitag veröffentlichten Bulletin dringend geraten, den iranischen Luftraum zu meiden. Die Behörde begründet den Schritt mit einer deutlich erhöhten Gefahr für zivile Flüge, die aus dem Einsatz verschiedener Waffen- und Luftabwehrsysteme resultiere. In der aktuellen Lage sei die Fehlidentifikation von Verkehrsflugzeugen besonders wahrscheinlich, heißt es in der Mitteilung.

Die EASA verweist auf die anhaltenden Spannungen in der Region und die Möglichkeit eines militärischen Vorgehens der USA, die die iranischen Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt hätten. Am Mittwoch hatte der Iran seinen Luftraum für fünf Stunden gesperrt und nur internationale Verbindungen ein- und ausfliegen lassen. In diesem Kontext stuft die EASA das Risiko eines Anschlags auf zivilen Luftverkehr als hoch ein.

Konkrete Handlungsempfehlungen für Airlines

Die EASA empfiehlt, EU-Fluggesellschaften sollen den iranischen Luftraum (FIR Teheran, OIIX) unter keinen Umständen durchfliegen, unabhängig von Höhe oder Route. Airlines sollen Routen und Notfallpläne in angrenzenden Lufträumen besonders sorgfältig prüfen, vor allem in Bereichen mit US-Militärstützpunkten. Die Entwicklungen in der Region müssen laufend beobachtet werden. Airlines sollen alle verfügbaren Luftfahrtpublikationen nutzen und Informationen über die Europäische Plattform für Informationsaustausch und Zusammenarbeit in Konfliktzonen berücksichtigen sowie nationale Anweisungen befolgen.

Trump dementiert äußeren Druck

In Washington weist US-Präsident Donald Trump Spekulationen zurück, er sei von Verbündeten zu einer Abkehr von einer Militäroperation gegen den Iran gedrängt worden. „Niemand hat mich davon überzeugt. Ich habe mich selbst überzeugt“, sagte Trump am Freitag gegenüber Reportern.

Zuvor hatte das Weiße Haus mitgeteilt, der Iran habe 800 Hinrichtungen ausgesetzt, nachdem Trump mit „schwerwiegenden Konsequenzen“ gedroht hatte, sollte Teheran die Proteste gegen das Regime weiter gewaltsam unterdrücken. Das US-Finanzministerium verhängte Sanktionen gegen den Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates sowie mehrere Kommandeure der Revolutionsgarden, denen Gewalt gegen Demonstranten vorgeworfen wird.

Tausende Tote bei Demonstrationen

Die Protestwelle im Iran hatte am 28. Dezember 2025 auf dem Teheraner Basar begonnen, ausgelöst durch den Absturz des Rial und die steigende Inflation. Mittlerweile hat sie sich zu einer breiten Bewegung gegen das seit 1979 herrschende Ayatollah-Regime entwickelt. Die Organisation Iran Human Rights dokumentiert mindestens 3.428 Todesopfer unter den Demonstranten durch Sicherheitskräfte – die tatsächliche Zahl könnte nach ihren Angaben deutlich höher liegen. In einigen Demonstrationen wurde sogar die Wiedereinsetzung der Monarchie gefordert.

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