Mit einem flächendeckenden Protesttag verschärft die Apothekenbranche in Deutschland ihren Konflikt mit der Politik. In zahlreichen Städten bleiben heute Apotheken geschlossen, während Apothekerinnen und Apotheker mit Demonstrationen und Kundgebungen auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam machen.
Zentrale Protestaktionen sind unter anderem in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover angekündigt. Die Branche will damit den Druck auf die Bundesregierung deutlich erhöhen und eine schnelle Entscheidung über höhere Vergütungen erzwingen.
Trotz der Schließungen soll die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten gesichert bleiben. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände übernehmen Notdienstapotheken die medizinische Grundversorgung.
Im Zentrum der Forderungen steht eine Anpassung des Fixhonorars pro abgegebener Medikamentenpackung. Dieses liegt seit Jahren unverändert bei 8,35 Euro und soll nach dem Willen der Branche auf 9,50 Euro steigen. Eine entsprechende Erhöhung war bereits politisch vereinbart, wurde jedoch angesichts der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen bislang nicht umgesetzt.
Die Apotheken sehen sich zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Steigende Betriebskosten, Fachkräftemangel und stagnierende Einnahmen verschärfen die Situation. Die Folgen sind bereits sichtbar: Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist erneut gesunken und lag Ende 2025 nur noch bei 16.601 Betrieben – ein deutlicher Rückgang innerhalb eines Jahres.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte zuletzt signalisiert, die geplante Honorarerhöhung nun doch voranzubringen. Eine entsprechende Verordnung soll im Frühjahr vorgelegt werden. Ob dies ausreicht, um die angespannte Lage zu entschärfen, bleibt jedoch offen.
Der heutige Protesttag markiert einen weiteren Höhepunkt im anhaltenden Konflikt zwischen Apotheken und Politik – und verdeutlicht, wie groß der Handlungsdruck inzwischen geworden ist.


