Waldbrand in Belgien wohl noch tagelang aktiv

Der Großbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hält die Einsatzkräfte weiter in Atem. Zwar hat sich das Feuer zuletzt nicht weiter in Richtung der deutschen Grenze ausgebreitet, eine Entwarnung gibt es jedoch nicht. Rund 170 Einsatzkräfte kämpfen weiterhin gegen die Flammen und die unterirdisch glimmenden Brandherde. Besonders schwierig ist die Brandbekämpfung aufgrund des Moorbodens. Das Feuer kann sich in den trockenen Torfschichten unterirdisch ausbreiten und dort über längere Zeit weiterglimmen. Dadurch entstehen großflächige Schwelbrände, die auch nach Regenfällen nicht automatisch erlöschen. Nach Angaben der Feuerwehr ist der Boden teilweise regelrecht von Glut durchzogen. Der auf den Brand gefallene Regen führte deshalb stellenweise zu erheblicher Dampf- und Rauchentwicklung.

Rauch erreicht auch deutsche Städte

Die Folgen des Brandes sind inzwischen weit über die unmittelbare Grenzregion hinaus wahrnehmbar. In Monschau, Simmerath und Roetgen wurden die Menschen aufgefordert, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Fenster und Türen sollen geschlossen, Lüftungs- und Klimaanlagen abgeschaltet werden. Der Brandgeruch war zudem in Köln und Wuppertal, also mehr als 100 Kilometer vom eigentlichen Brandgebiet entfernt, wahrnehmbar. Die Kölner Feuerwehr sprach von einer großräumigen Geruchslage.

Gefahr durch Wind bleibt bestehen

Die Feuerfront liegt weiterhin nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Eine entscheidende Rolle spielt deshalb die Wetterentwicklung. Auffrischender Wind könnte die Flammen erneut anfachen und eine Ausbreitung in Richtung Deutschland begünstigen. Die Einsatzkräfte haben deshalb vorsorglich Löschwasserreserven in gefährdeten Bereichen eingerichtet. Gleichzeitig sorgen Regenfälle für eine gewisse Entspannung der Lage.

Einer der größten Waldbrände Belgiens

Das Feuer hat inzwischen eine Fläche von rund 3.000 Hektar erfasst und zählt damit zu den größten Wald- und Vegetationsbränden in der Geschichte Belgiens. Die besonderen Bedingungen des Hohen Venns machen den Einsatz zu einer außergewöhnlichen Herausforderung. Auch deutsche Einsatzkräfte unterstützen die Löscharbeiten auf belgischer Seite. Die Feuerwehr aus Monschau ist mit zahlreichen Kräften beteiligt.

Forderung nach besserer Waldbrandvorsorge

Der Großbrand löst zugleich eine Diskussion über den Katastrophenschutz aus. Feuerwehrvertreter fordern eine bessere Vorbereitung auf zunehmende Waldbrandlagen. Dazu gehören unter anderem ausreichend Löschwasserdepots, geländegängige Einsatzfahrzeuge, Brandschneisen und eine intensivere Ausbildung der Feuerwehren. Der Brand im Hohen Venn zeigt dabei besonders deutlich, wie schnell ein Vegetationsbrand zu einer grenzüberschreitenden Gefahrenlage werden kann. Nicht nur die unmittelbare Feuerfront, sondern auch Rauchentwicklung, Wind und die schwierigen Geländeverhältnisse stellen die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert