Schüsse in einem gut besuchten Fast-Food-Restaurant haben die Stadt Twin Falls im US-Bundesstaat Idaho erschüttert. In einer Filiale der Burgerkette In-N-Out eröffnete ein bewaffneter Mann am Samstagnachmittag das Feuer. Drei Menschen kamen ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ebenfalls tot. Der Angriff ereignete sich gegen 14.29 Uhr Ortszeit an dem Restaurant am Blue Lakes Boulevard. Nach Angaben der Polizei gingen bei der Leitstelle Notrufe ein, während im Hintergrund Schreie und Schüsse zu hören waren. Die Einsatzkräfte trafen anschließend auf eine äußerst chaotische Situation. Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass der 24-jährige Chad Williams allein gehandelt hat. Nach Angaben von Polizeichef Matthew Hicks starb der Tatverdächtige an einer selbst zugefügten Schussverletzung.
Panik auf dem Parkplatz
Videos aus der Umgebung zeigen, wie Menschen in großer Zahl aus dem Restaurant und dem angrenzenden Bereich fliehen. Kunden und Mitarbeiter rannten um ihr Leben, während Einsatzkräfte das Gebiet absicherten. Eine Augenzeugin, die mit ihrer Mutter im Drive-in wartete, schilderte gegenüber der Nachrichtenagentur AP die dramatischen Szenen. Zunächst habe sie angenommen, dass es irgendwo brenne. Erst als sie von einem Helfer über einen Schützen informiert worden sei, habe sie verstanden, was tatsächlich geschah. Menschen seien weinend und schreiend aus dem Gebäude gekommen. Die Polizei sprach später von einer Situation, wie sie für Einsatzkräfte kaum chaotischer sein könne.
Drei Menschen sterben – sieben weitere verletzt
Nach dem inzwischen bestätigten Ermittlungsstand wurden drei Menschen durch die Schüsse getötet. Sieben weitere Opfer erlitten Verletzungen. Fünf der Verletzten befanden sich am Sonntag noch im Krankenhaus, zwei von ihnen in kritischem Zustand. Unter den Todesopfern befindet sich nach Angaben von In-N-Out auch ein Mitarbeiter des Restaurants. Das Unternehmen reagierte erschüttert auf die Tat und erklärte, man trauere gemeinsam mit den Angehörigen der Opfer. Die Identitäten der weiteren Todesopfer wurden zunächst nicht vollständig veröffentlicht. Die Behörden müssen zunächst die Angehörigen informieren.
Polizist und bewaffneter Zivilist greifen ein
Nach Darstellung der Polizei wurde der Angriff offenbar durch das Eingreifen eines pensionierten beziehungsweise dienstfreien Polizeibeamten und eines bewaffneten Zivilisten beeinflusst. Beide hätten den Schützen konfrontiert und auf ihn geschossen. Nach Einschätzung von Polizeichef Hicks könnten ihre Handlungen dazu geführt haben, dass der Täter die unmittelbare Angriffssituation abbrach und dadurch weitere Opfer verhindert wurden. Die genaue Abfolge der Schüsse und die jeweiligen Handlungen der Beteiligten sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Täter stirbt – Motiv weiterhin unklar
Der mutmaßliche Schütze wurde als 24-jähriger Chad Williams identifiziert. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass er allein gehandelt hat. Warum Williams den Angriff begann, ist weiterhin offen. Ein mögliches Motiv wurde von den Behörden bislang nicht genannt. Angehörige des Tatverdächtigen kooperieren nach Angaben der Polizei mit den Ermittlern. Damit bleiben zentrale Fragen ungeklärt: Warum wurde gerade das Restaurant zum Tatort? War die Tat geplant? Und gab es zuvor Warnzeichen oder Hinweise auf eine mögliche Gewalttat? Die Ermittler versuchen nun, diese Fragen anhand von Zeugenaussagen, Videoaufnahmen und weiteren Beweismitteln zu beantworten.
FBI bittet um Videos und Aufnahmen
Neben der örtlichen Polizei sind auch Bundesbehörden in die Ermittlungen eingebunden. Das FBI unterstützt die Untersuchung und bittet Personen, die während des Angriffs Video-, Audio- oder Fotoaufnahmen gemacht haben, diese den Ermittlern zur Verfügung zu stellen. Gerade in einem stark frequentierten Einkaufsbereich könnten private Handyvideos wichtige Hinweise liefern. Die Behörden müssen unter anderem rekonstruieren, wie sich der Täter bewegte und wann die einzelnen Schüsse fielen. Der Tatort blieb nach dem Angriff zunächst weiträumig abgesperrt. Auch umliegende Bereiche wurden gesichert, während Ermittler Spuren suchten und zahlreiche Zeugen befragten.
Restaurant erst wenige Tage zuvor eröffnet
Besonders bemerkenswert ist, dass die betroffene In-N-Out-Filiale erst kurz vor der Tat eröffnet worden war. Das Unternehmen hatte mit dem Standort in Twin Falls seine Expansion nach Idaho vorangetrieben. Die Filiale war damit noch neu und entsprechend stark frequentiert. Twin Falls selbst hat mehr als 56.000 Einwohner und liegt rund 200 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Boise. Dass ausgerechnet ein neu eröffnetes und stark besuchtes Restaurant zum Schauplatz eines tödlichen Schusswaffenangriffs wurde, verstärkt die Erschütterung in der Gemeinde.
Großeinsatz in Einkaufsviertel
Der Angriff löste einen umfangreichen Polizeieinsatz aus. Mehrere Behörden waren an der Absicherung des Tatortes beteiligt. Das Gebiet rund um das Restaurant und ein nahegelegenes Besucherzentrum wurde zeitweise gesperrt. Für die Einsatzkräfte bestand zunächst die Gefahr, dass sich der Täter noch in der Umgebung aufhielt oder weitere Gefahren bestanden. Erst nach der Sicherung des Bereichs konnte mit der systematischen Spurensicherung begonnen werden. Für die Menschen in Twin Falls bedeutete der Einsatz eine Ausnahmesituation. Straßen wurden gesperrt, Geschäfte in der Umgebung mussten sich auf die Lage einstellen und zahlreiche Augenzeugen mussten von der Polizei befragt werden.
Schusswaffengewalt erneut im Fokus
Der Angriff von Twin Falls reiht sich in eine lange Liste tödlicher Schusswaffenattacken in den Vereinigten Staaten ein. Gleichzeitig zeigt der Fall erneut, wie schnell ein gewöhnlicher Ort des öffentlichen Lebens zum Schauplatz schwerster Gewalt werden kann. Für Kunden und Mitarbeiter begann der Nachmittag als gewöhnlicher Restaurantbesuch. Wenige Minuten später herrschten Panik, Flucht und ein Großaufgebot der Polizei.
Die Ermittlungen stehen noch am Anfang. Entscheidend wird nun sein, das Motiv des Täters zu klären und den genauen Ablauf der Tat zu rekonstruieren. Für die Angehörigen der Opfer beginnt derweil eine Zeit der Trauer – während mehrere Verletzte weiterhin im Krankenhaus um ihre Genesung kämpfen.


