Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag den Südwesten Japans erschüttert. Das Beben erreichte nach Angaben der japanischen Behörden eine Stärke von 7,1 und traf insbesondere die Insel Kyushu. Besonders schwer betroffen ist die Präfektur Kumamoto. Nach bisherigen Berichten kam mindestens dreizehn Mensch ums Leben. Insgesamt wurden mindestens 50 Menschen verletzt. Die Rettungskräfte suchen zudem nach weiteren Vermissten. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar, da zahlreiche Gebiete zunächst schwer erreichbar waren und die Aufräum- und Bergungsarbeiten andauern.
Das Epizentrum des Bebens lag nach den bisherigen Angaben in der Region Kumamoto in einer Tiefe von rund zehn Kilometern. Kurz nach dem Hauptbeben erschütterten mehrere starke Nachbeben die Region. Die japanische Wetterbehörde warnte deshalb vor weiteren kräftigen Erdstößen in den kommenden Tagen.
Menschen nach Gebäudeeinsturz getötet
Besonders dramatisch ist die Lage in der Präfektur Kumamoto. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo starb mindestens ein Mensch, nachdem ein Haus infolge der Erschütterungen eingestürzt war. Weitere Berichte sorgen für zusätzliche Sorge. In einem Einkaufszentrum soll es zu einer Explosion gekommen sein. Medien berichteten von möglicherweise zahlreichen Opfern. Einsatzkräfte suchten am Abend noch nach Menschen, zu denen kein Kontakt hergestellt werden konnte.
Nach Informationen japanischer Medien waren zwischen 20 und 30 Mitarbeiter des betroffenen Einkaufszentrums zunächst nicht erreichbar. Aufnahmen aus der Luft zeigten erhebliche Schäden an dem Gebäude. Die genaue Ursache der gemeldeten Explosion war zunächst ebenso unklar wie die Frage, ob sie direkt mit dem Erdbeben zusammenhing.
Zehntausende Haushalte ohne Strom
Die Naturkatastrophe führte zu erheblichen Einschränkungen der Infrastruktur. In der Präfektur Kumamoto fiel nach den bisherigen Angaben in rund 46.000 Haushalten der Strom aus. Auch der Verkehr war massiv betroffen. Ein Güterzug entgleiste in der Region. Mehrere Autobahnabschnitte auf Kyushu mussten gesperrt werden. Der Bahnbetreiber JR Kyushu stellte den Zugverkehr vorübergehend vollständig ein. Davon waren auch die Hochgeschwindigkeitsverbindungen betroffen. Am Flughafen Aso Kumamoto wurden zudem die Start- und Landebahnen vorübergehend gesperrt. Die Behörden mussten damit nicht nur die unmittelbaren Folgen des Bebens bewältigen, sondern gleichzeitig die Funktionsfähigkeit wichtiger Verkehrs- und Versorgungswege sicherstellen.
Tsunami-Warnung wieder aufgehoben
Nach dem schweren Erdbeben wurde zunächst vor einer möglichen Tsunami-Gefahr gewarnt. Die Behörden rechneten zeitweise mit einer bis zu einem Meter hohen Welle. Die Warnung wurde später wieder aufgehoben. Eine größere Tsunami-Katastrophe blieb damit nach den bisherigen Informationen aus. Dennoch blieb die Lage angespannt. Mehrere Nachbeben erschütterten die Region, während die Einsatzkräfte mit der Suche nach möglichen Verschütteten und Vermissten beschäftigt waren. Die Wetterbehörde warnte deshalb ausdrücklich vor weiteren starken Erschütterungen.
Soldaten unterstützen Rettungskräfte
Angesichts der schweren Schäden reagierte die japanische Regierung mit einer Verstärkung der Rettungskräfte. Soldaten wurden in die betroffene Region entsandt, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen. Ihre Aufgaben liegen unter anderem bei der Suche nach Vermissten, der Versorgung der Bevölkerung und der Bewältigung der Schäden an der Infrastruktur. In den besonders betroffenen Gebieten müssen zudem beschädigte Gebäude überprüft und mögliche Einsturzstellen gesichert werden.
Wie groß die Zahl der Verletzten und Vermissten tatsächlich ist, könnte sich erst im Verlauf der weiteren Rettungsarbeiten zeigen.
Keine Auffälligkeiten an Atomkraftwerken
Besondere Aufmerksamkeit gilt bei schweren Erdbeben in Japan stets den Atomkraftwerken des Landes. Nach bisherigen Berichten wurden an den Anlagen keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Die Betreiber meldeten demnach keine auffälligen Ereignisse infolge des starken Bebens. Damit gibt es nach dem aktuellen Kenntnisstand keine Hinweise auf eine nukleare Gefahrenlage. Die Behörden dürften die Anlagen dennoch weiterhin genau überwachen. Japan verfügt über zahlreiche Kernkraftwerke und liegt in einer der seismisch aktivsten Regionen der Welt.
Japan gehört zu den erdbebengefährdetsten Ländern der Welt
Das schwere Beben trifft ein Land, das regelmäßig mit Erdstößen konfrontiert wird. Japan liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring und damit in einer der geologisch aktivsten Regionen der Erde. Japan wird mit seinen rund 125 Millionen Einwohnern jedes Jahr von etwa 1.500 Erdbeben erschüttert. Die Bevölkerung ist deshalb auf schwere Naturkatastrophen vorbereitet. Gebäude werden nach strengen Standards errichtet und Rettungsdienste regelmäßig auf Erdbeben und andere Großschadenslagen vorbereitet.
Trotz dieser Vorkehrungen können besonders starke Beben erhebliche Schäden verursachen. Entscheidend sind dabei neben der Stärke des Erdbebens vor allem die Tiefe des Epizentrums, die Nähe zu dicht besiedelten Gebieten und die Stabilität der betroffenen Gebäude.
Erinnerungen an das schwere Kumamoto-Erdbeben
Die Region Kumamoto ist bereits in der Vergangenheit von einem schweren Erdbeben getroffen worden. Vor zehn Jahren erschütterte ein Beben der Stärke 7,3 die Region. Damals starben nach offiziellen Angaben 275 Menschen. Die aktuellen Ereignisse wecken daher Erinnerungen an die damalige Katastrophe und verdeutlichen die besondere Verwundbarkeit der Region. Ob die Schäden des aktuellen Bebens ein ähnliches Ausmaß erreichen, ist derzeit noch nicht absehbar. Die Rettungskräfte arbeiten weiter daran, sich einen Überblick über die Situation in den betroffenen Gebieten zu verschaffen.
Nachbeben erschweren Rettungseinsätze
Eine besondere Gefahr stellen die erwarteten Nachbeben dar. Nach einem starken Hauptbeben können weitere Erschütterungen auftreten und bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen. Für die Rettungskräfte bedeutet dies eine zusätzliche Herausforderung. Gebäude müssen zunächst auf ihre Stabilität überprüft werden, bevor Helfer nach Verschütteten suchen können. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Straßen, Brücken und andere Verkehrswege durch weitere Erschütterungen beschädigt werden. Die japanischen Behörden rechnen deshalb auch in den kommenden Tagen mit einer angespannten Lage.
Ausmaß der Katastrophe noch nicht vollständig bekannt
Das schwere Erdbeben von Kyushu hat bereits Tote und zahlreiche Verletzte gefordert und erhebliche Schäden verursacht. Gleichzeitig laufen die Rettungsmaßnahmen weiter. Besonders die Berichte über möglicherweise vermisste Menschen in einem beschädigten Einkaufszentrum sorgen für große Besorgnis. Mit einer Stärke von 7,1 gehört das Beben zu den schweren Erdstößen, die in Japan erhebliche Zerstörungen verursachen können. Die Zahl der Opfer könnte deshalb noch steigen, sobald die Einsatzkräfte weitere betroffene Gebiete erreichen und die Schäden vollständig erfassen können.
Für die Bevölkerung auf Kyushu bleibt die Lage angespannt. Neben der Bewältigung der unmittelbaren Schäden richtet sich der Blick nun vor allem auf die angekündigten Nachbeben. Die kommenden Stunden und Tage werden zeigen, wie groß das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe ist.


