Nach einem Gewitter ist auf der kroatischen Adriainsel Čiovo ein schwerer Vegetationsbrand ausgebrochen. Innerhalb kurzer Zeit breiteten sich die Flammen aus und machten einen groß angelegten Einsatz von Feuerwehr und Luftunterstützung erforderlich. Stundenlang kämpften die Einsatzkräfte gegen das Feuer, das weite Teile des Geländes erfasst hatte. Nach Angaben der kroatischen Feuerwehr hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt. Die Löscharbeiten dauern jedoch weiterhin an, da noch nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich einzelne Brandherde erneut ausbreiten.
Feuerwehr aus mehreren Regionen rückt an
Um den Brand einzudämmen, wurden zahlreiche Feuerwehren aus der Region mobilisiert. Einsatzkräfte aus den Bereichen Trogir, Split, Kaštela und Solin sowie die Interventionsfeuerwehr Split unterstützen die Löscharbeiten auf der Insel. Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Feuerwehren soll verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet und möglicherweise bewohnte Gebiete erreicht.
Löschflugzeuge und Hubschrauber im Dauereinsatz
Neben den Bodentrupps kamen auch Luftfahrzeuge zum Einsatz. Zunächst unterstützten vier Canadair CL-415-Löschflugzeuge der kroatischen Luftwaffe die Brandbekämpfung. Zusätzlich waren Hubschrauber über dem Einsatzgebiet im Einsatz und warfen Löschwasser auf die betroffenen Flächen. Im Laufe des Tages mussten jedoch zwei der Canadair-Maschinen in die Region Orebić in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva verlegt werden, wo ebenfalls ein größerer Waldbrand ausgebrochen war. Die beiden verbleibenden Flugzeuge setzen ihren Einsatz auf Čiovo fort. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde bei dem Brand niemand verletzt.
Entspannung auf Čiovo – Gefahr aber noch nicht vorbei
Die kroatische Feuerwehr meldet, dass sich die Situation auf Čiovo inzwischen verbessert hat. Dennoch bleiben zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort, um verbliebene Glutnester zu bekämpfen und ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern. Erst nach Abschluss der Löscharbeiten soll das gesamte Schadensausmaß ermittelt werden.
Bereits zuvor kämpfte Kroatien gegen Großbrand auf Vis
Während die Feuerwehren auf Čiovo weiterhin im Einsatz sind, ist ein weiterer großer Waldbrand auf der Insel Vis inzwischen unter Kontrolle. Dort waren insgesamt 105 Feuerwehrleute mit 24 Fahrzeugen im Einsatz, nachdem sich die Flammen rasant ausgebreitet hatten. Zunächst stemmten sich 75 Feuerwehrleute der örtlichen Wehren gegen das Feuer. Als die Lage immer kritischer wurde, entsandte das Festland zusätzliche Verstärkung. Acht Einsatzfahrzeuge und 34 weitere Feuerwehrleute wurden per Fähre von Split auf die Insel gebracht, um die erschöpften Kräfte abzulösen. An den Löscharbeiten beteiligten sich neben den Feuerwehren aus Vis und Komiža auch Einsatzkräfte aus Split, Imotski, Sinj, Omiš und Trilj.
Luftunterstützung verhindert größere Katastrophe
Eine entscheidende Rolle spielte auf Vis ebenfalls der Einsatz von vier Canadair-Löschflugzeugen. Durch ihre Wasserabwürfe gelang es, die Flammen entscheidend einzudämmen und den Bodentrupps wertvolle Unterstützung zu leisten. Nach Angaben der kroatischen Feuerwehr ist der Brand inzwischen unter Kontrolle. Vollständig beendet ist der Einsatz jedoch noch nicht. Wegen der anhaltenden Trockenheit und möglicher Glutnester wurde eine Brandwache eingerichtet. Feuerwehrleute überwachen das betroffene Gebiet rund um die Uhr, um bei einem erneuten Aufflammen sofort eingreifen zu können.
Brandursachen und Schäden werden untersucht
Wie groß die verbrannten Flächen auf Čiovo und Vis tatsächlich sind, ist derzeit noch unklar. Auch zur Ursache der Brände liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Behörden wollen nach Abschluss der Löscharbeiten und ersten Untersuchungen weitere Informationen veröffentlichen. Die beiden Einsätze zeigen erneut, wie schnell sich Vegetationsbrände während der sommerlichen Trockenperiode in Kroatien entwickeln können. Dank des koordinierten Zusammenspiels von Feuerwehren aus mehreren Regionen sowie der Unterstützung aus der Luft konnten auf beiden Inseln offenbar noch schwerwiegendere Schäden verhindert werden.


