Ein spürbares Erdbeben hat in der Nacht zum Dienstag die Kanaren erschüttert. Nach Angaben des spanischen Nationalen Geographischen Instituts (IGN) wurde die Erschütterung um 2.31 Uhr registriert und erreichte eine Magnitude von 3,9. Das Epizentrum lag rund 16 Kilometer unter der Erdoberfläche zwischen den Inseln Gran Canaria und Fuerteventura. Vor allem auf der Ostseite von Gran Canaria nahmen zahlreiche Menschen das Beben wahr. Dort wurde auf der Intensitätsskala ein Wert von drei erreicht, während die Erschütterungen in anderen Teilen der Insel mit Stufe zwei deutlich schwächer ausfielen.
Aktives Vulkangebiet sorgt regelmäßig für Erdbeben
Die Kanarischen Inseln gehören zu den vulkanisch aktivsten Regionen Spaniens. Deshalb werden dort regelmäßig kleinere bis mittlere Erdbeben registriert. In den vergangenen Jahren bewegten sich die gemessenen Magnituden überwiegend in einem Bereich zwischen 3,3 und 4,6. Solche Erschütterungen entstehen durch tektonische Spannungen sowie Bewegungen von Magma in tieferen Gesteinsschichten. Die seismische Aktivität gilt in der Region als natürlicher Bestandteil der geologischen Entwicklung des Archipels.
Auch unter dem Teide wurde ein Beben gemessen
Nicht nur vor Gran Canaria registrierten die Messstationen seismische Aktivität. Auch unter dem Teide auf Teneriffa wurde am Dienstagvormittag ein weiteres Erdbeben aufgezeichnet. Dieses erreichte eine Magnitude von 1,6 und entstand in einer Tiefe von rund 20 Kilometern. Das vergleichsweise schwache Beben war für die Bevölkerung nicht spürbar, zeigt jedoch, dass der höchste Berg Spaniens weiterhin geologisch aktiv ist.
Schwarmbeben gehören zum Vulkan dazu
Der Teide ist der höchste aktive Vulkan Europas und wird kontinuierlich überwacht. Immer wieder kommt es dort zu sogenannten Schwarmbeben – einer Serie zahlreicher kleiner Erschütterungen, die meist tief unter dem Vulkan entstehen. Diese Mikrobeben werden durch Magmabewegungen und Druckveränderungen im Erdinneren ausgelöst. Obwohl sie wissenschaftlich von großer Bedeutung sind, stellen sie nach Einschätzung von Experten nicht automatisch ein Anzeichen für einen bevorstehenden Vulkanausbruch dar.
Experten beobachten die Lage rund um die Uhr
Die spanischen Behörden überwachen die vulkanische Aktivität auf den Kanaren kontinuierlich. Sämtliche Erdbeben sowie Veränderungen im Untergrund werden erfasst und ausgewertet, um mögliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Nach aktuellem Stand besteht keine erhöhte Gefahr für die Bevölkerung. Die gemessenen Erschütterungen bewegen sich im Rahmen der für die Kanaren typischen seismischen Aktivität. Dennoch bleibt das dichte Messnetz dauerhaft in Betrieb, um auf mögliche Veränderungen schnell reagieren zu können.


