Ein schweres Unwetter hat am Samstagnachmittag das Stadtgebiet von Marsberg im Hochsauerlandkreis heimgesucht und einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Besonders der Süden der Stadt wurde von außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen getroffen. Innerhalb kurzer Zeit gingen dort nach Angaben eines Wetterdienstes mehr als 140 Liter Regen pro Quadratmeter nieder – mit erheblichen Folgen für Straßen, Ortschaften und die Infrastruktur.
Sturzbäche, Überflutungen und umgestürzte Bäume
Die enormen Regenmengen verwandelten Straßen in reißende Wasserläufe. Nach Angaben von Kachelmannwetter kam es zu Sturzbächen und zahlreichen umgestürzten Bäumen. In sozialen Netzwerken kursieren zudem Bilder und Videos, die überflutete Höfe und überschwemmte Flächen zeigen. Eine offizielle Bestätigung sämtlicher Aufnahmen liegt bislang jedoch nicht vor. Neben den Wassermassen erschwerten auch Gewitter mit kräftigen Windböen die Lage. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 Kilometern pro Stunde sowie Starkregen und kleinkörnigem Hagel.
Feuerwehr arbeitet zahlreiche Einsätze ab
Die Feuerwehr Marsberg rückte bereits am frühen Nachmittag zu den ersten Einsatzstellen aus. Bis zum frühen Abend mussten die Einsatzkräfte insgesamt 16 Einsätze bewältigen. Darunter befanden sich zwölf Einsätze wegen Sturmschäden sowie vier Überflutungen. Die Koordination aller Einsätze übernahm der Führungsstab der Feuerwehr in enger Abstimmung mit der Leitstelle in Meschede. Insgesamt waren rund 130 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Folgen des Unwetters zu beseitigen und Gefahrenstellen abzusichern.
Besonders betroffene Bereiche im Stadtgebiet
Ein Schwerpunkt der Einsätze lag in den Ortsteilen Giershagen und Leitmar sowie entlang der Landesstraße L549 zwischen Marsberg und Leitmar. Dort behinderten umgestürzte Bäume und Wassermassen den Verkehr erheblich. Auch der Bahnverkehr war zeitweise beeinträchtigt. Nahe Obermarsberg musste eine Bahnstrecke kurzfristig vollständig gesperrt werden, nachdem ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Erst nach der Beseitigung des Hindernisses konnte der Streckenabschnitt wieder freigegeben werden.
Ausmaß der Schäden wird weiter geprüft
Wie hoch die entstandenen Sachschäden tatsächlich sind, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beziffern. Die Einsatzkräfte verschaffen sich weiterhin einen Überblick über die Lage und arbeiten verbliebene Einsatzstellen ab. Ob weitere Schäden oder neue Einsatzorte hinzukommen, hängt von der weiteren Wetterentwicklung ab. Das Unwetter zeigt erneut, wie schnell lokale Gewitterzellen innerhalb kurzer Zeit extreme Regenmengen freisetzen können. Besonders Starkregen entwickelt sich zunehmend zu einer der größten Gefahren bei sommerlichen Unwetterlagen.


